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Wir bauen uns eine TimeCapsule.

15. September 2013

Backups sind toll, soviel steht fest. Und Backups, die ohne nervige Rumgestöpsel im Hintergrund erstellt werden, sind erst so richtig super. Leider bedarf es in Steves’ proprietärer Apfelwelt auch hier wieder einiges an monetären Investitionen. Kurz gesagt: Man benötigt eine spottbillige *hüstel* TimeCapsule oder zumindest eine Airport Express mit angepropfter USB Platte, um Backups over the air via Timemachine durchzuführen.

Wer, wie ich, keine Lust auf den Erwerb eines der o.g. featurebefreiten DAU-Router hat, steht normalerweise doof dar. Da mein Router (Netgear WNDR4000) allerdings über einen USB Port an der Rückseite verfügt, habe ich mich mal ein wenig mit der Materie auseinandergesetzt und mich gefragt, weshalb genau die Zusammenarbeit mit TimeMachine damit nicht funktioniert.

Das grundsätzliche Problem ist, dass Netgear Router das OSX Extended (Journaled) Filesystem nicht unterstützten. TimeMachine benötigt dieses allerdings. Warum, dass weiß nur die Marketingabteilung aus Cupertino. Ich wollte aber immer noch keine TimeCapsule kaufen und deshalb habe ich mir meine Nerdbrille aufgesetzt und nach ca. 2 stunden die Lösung für all eure Probleme ausgetüftelt.

Wie bereits gesagt, ist FAT doof und Ext gut. FAT wird von der Timemachine nicht akzeptiert, Ext wird vom Router nicht akzeptiert. Wir müssen also dafür sorgen, dass wir OSX denkt, wir hätten eine Ext formatierte Platte im Netzwerk, obwohl diese in Wahrheit eine Fat32 Disk ist.

Hier nun der Weg, um genau das zu erreichen:

  1. Sucht euch eine alte HDD, die ihr sicherlich irgendwo rumliegen habt und klemmt diese via USB an euren Mac. Der Inhalt dieser Platte wird im folgenden gelöscht, also sichert den Krempel vorher.
  2. Öffnet diskutil, wählt das USB Drive an und klickt euch durch zum “Partition” tab.
  3. Ändert das Dropdown von “Aktuell” zu irgend etwas, dass euch zusagt. In meinem Falle habe ich es bei einer Partition belassen. Ändert das Format auf MS-DOS (FAT) und ändert der Bootloader in MBR (unter Optionen).
  4. Schließt nun das diskutil und öffnet es erneut. Erstellt ein neues Image über den Button in der Menüleiste. Achtet darauf, die korrekte (neue) Partition auszuwählen. Im Folgenden die Einstellungen, die im nachfolgenden Dialog vorzunehmen sind:
    • Name: Ist euch überlassen. In meinem Falle habe ich “TimeMachine” gewählt.
    • Size: Dort wählt ihr die maximale Größe. Sofern die Partition 500GB umfasst, wählt ihr hier 500GB. Oder auch weniger. Ist euch überlassen.
    • Format: Mac OSX Extended (Journaled). Das ist wichtig.
    • Partitions: Single Partition – Apple Partition Map
    • Image Format: sparse bundle disk image (auf deutsch „mitwachsendes Bundleimage“ oder so ähnlich)
    • Nun könnt ihr die USB Platte abstöpseln und an den Router klemmen.
    • Im Router schaut ihr nun nach, ob die Platte vernünftig erkannt wird. In meinem Falle sieht das Ganze dann so aus:
      router
    • Um das Netzlaufwerk nun zu mounten, begebt euch in den Finder, drückt “CMD + K” und adressiert die angeschlossene Platte mit
      smb://

      und verbindet euch mit dem Ding.

    • Standardmäßig wird nun die Netzwerkplatte gemounted, nicht aber das Timemachine Sparsebundle. Deshalb klickt hier nun doppelt auf das Sparsebundle und wartet, bis der Eintrag im Finder erscheint.
      mount
    • Überprüft mit Hilfe des Terminals, ob die Einbindung geklappt hat:
      terminal_yeah
    • Anschließend muss das Image noch im System gemappt werden. Das erreicht ihr erneut mit dem Terminal über den nachfolgenden Befehl:
      sudo tmutil setdestination /Volumes/
    • Sofern alles glatt läuft, müsste TimeMachine euch nun sagen, dass ein neues Laufwerk gefunden wurde, welches für Backups zur Verfügung steht.
      tmyeah

Ein letztes Problem gibt es nun allerdings noch. Das Timemachine-Laufwerk wird nicht automatisch beim Booten von OSX im System gemappt und ihr müsst Schritt 10 und 11 bei jedem Start wiederholen. Das lässt sich allerdings mit einem simplen AppleScript umgehen.

  1. Startet den AppleScript Editor und kopiert euch das nachfolgende Script:[boxopen title=“AppleScript Code“ color=“silver“]trymount volume „smb:///“end trydo shell script „hdiutil attach -mountpoint /Volumes// /Volumes//.sparsebundle“[/boxopen]
    AppleScript
  2. Bevor ihr nun das Script ausführt, werft die Netzwerkplatte aus. Nun startet ihr das Script und prüft, ob das Netzlaufwerk vernünftig im Finder erscheint. Sofern alles funktioniert, dürft ihr euch nun freuen. Wenn es nicht funktioniert, habt ihr offensichtlich irgendwo Mist gebaut.
  3. Speichert das Script nun via “Sichern unter” als PROGRAMM (!)
  4. Zu guter Letzt begebt ihr euch nun in die Systemeinstellungen, wählt “Benutzer & Gruppen” aus und werft das exportierte Script per Drag & Drop in die Anmeldeobjekte. autostart

Nun wird OSX bei jedem Neustart das Laufwerk selbstständig einbinden und ihr habt somit eine vollwertige Timecapsule für umme.

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3 Discussion to this post

  1. […] Lan auf meiner externen Festplatte an der FritzBox über TimeMachine gesichert, quasi als eine art selbst gebaute “Time Capsule” […]

  2. Peter Anonym sagt:

    Super! Klappt einwandfrei am Speedport W724V Typ C. Auch als NTFS formatierte Platte (meines Erachtens mehr als doppelt so schnell wie FAT im Lesen/Schreiben)

    Frage: Im Falle eines Datenverlustes muss ich erst den Mac sauber neu aufsetzen, anschließend dann das Backupimage mounten und erst dann könnte ich wiederherstellen, richtig?
    Ein einfaches anschließnen der Platte am „toten“ Mac und wiederherstellen ohne Neuinstallation ist nicht mehr möglich, korrekt?

  3. Schubi sagt:

    Sehr Gut! Danke

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