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Richtig schlechte CDs

14. April 2011

Crap Attack Baby FeaturedEs vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich keine Musik höre. Ich könnte es mir auch garnicht so wirklich vorstellen wie sich eine Existenz auf diesem Planeten ohne Musik darstellen würde. Es geht sogar soweit, dass ich mit Menschen nur bedingt zurecht komme, die diese Leidenschaft nicht teilen. Bei Aussagen wie „Ich höre alles was aktuell ist“ krempeln sich mir die Fussnägel hoch und stecke diesen Menschen direkt in eine Schublade, auf der irgendwie sowas wie „humanoider Abfall“ geschrieben steht. Das geht einfach garnicht. 

Aber ist ja auch egal. Mit diesem Blogeintrag möchte ich ein wenig Langeweile totschlagen und so ein paar Alben/Künstler ausgraben, die mir ganz finster schief im Magen liegen. Alben/Künstler, die ich einfach für unsagbar schlecht und grausam empfinde. Also, fangen wir an.

Roger Cicero CD Cover

Roger Cicero.

Ich habe das erste mal was von diesem Künstler Musiker Menschen gehört, als ich irgendwann vor Jahren mal meine Zeit mit der morgendlichen Ganzkörperpflege verbrachte. Bereits während ich noch unter der Dusche stand und das Wasser lautstark die Akustik zersägte, dachte ich mir „boah was zum allmächtigen Zeus?!“.

Nachdem ich dann das Wasser abstellte und schwitzend die Nasszelle verließ, verbesserte sich dieser anfängliche Gesamteindruck nicht unbedingt ins Positive. Ich dachte sogar anfangs, dass die Musik von Roger Cicero eine ernsthafte Verarsche wäre. Dann stellte ich aber fest, dass die Texte überhaupt nicht lustig sind und es sich nicht um eine Parodie handeln kann.

Korn „Untouchables und so“

In meiner Jugend war ich fürchterlich Kornabhängig (das klingt ja irrsinnig lustig). Das ging schon ca. ein 3/4 Jahr los, bevor in Deutschland der Begriff „Korn“ überhaupt mit einer Band assoziert wurde bzw. ein ganzes Jahr bevor auf VIVA das erstemal „Clown“ bei Metalla ausgestrahlt wurde. Zu dieser Zeit hatte ich das Debutalbum bereits längst zu Tode gehört. Ich befand mich nämlich in der tollen und äusserst vorteilhaften Situation, dass ich jemanden kannte, der desöfteren die neueste, geilste Mucke aus den USA angeschleppt hatte. Ich hab Korn geliebt. Später erschien dann die „Life is Peachy“ und die fand is ebenfalls grandios. War halt mal was komplett anderes – hat mir gefallen. Doch dann… dann geschah es: Die „Follow the Leader“ erschien.

Ich kaufte mir die CD vollkommen blind, denn schliesslich war es das neueste Release von Korn. Der Postbote überreichte mir die Scheibe ziemlich gnau einen Tag vor nem Spanienurlaub mit meinem Eltern. Kurzerhand habe ich meinen portablen CDPlayer klargemacht (ja genau. Früher gab es keine MP3 Player) und das ganze Geraffel mit nach Spanien geschleppt. Dort hatte ich dann extrem viel Zeit die CD genaustens unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die verdammt nochmal fürchterlich ungeil ist.

Damit war das Thema „Korn“ für mich eigentlich bereits gegessen. Es ist zu massenkompatiblen Schund mutiert. Komplett ohne Anspruch. Einfach schlecht, unspektakulär, langweilig und ausgeschlachtet. Und dann erschien die „Untouchables“, die ich mir nicht mehr gekauft habe. Dennoch lief die Untouchables in diversen Discotheken rauf und runter. Es war nicht schön. Die Scheibe besitzt nicht einen Song, der in irgendeiner Weise taugt. Und seit Untouchables ist auch nie wieder ein Song erschienen, der irgendwas kann.

Offspring „Americana“

Der Text zu Offsprings „Americana“ soll genauso kurz gehalten werden, wie der Anspruch, den dieses Machwerk dem Hörer abverlangt. Quasi garnichts. Offspring darf sich getrost zu Blink 128 auf einem Level der vollkommen unnützen Musik gesellen. Nicht ein Song macht Spass – belanglose Unterhaltung. Irgendwann ganz früher (als quasi Urwerk) erschien mal der Song „Self Esteem“. Den fand ich gut. Heute läuft „Self Esteem“ auf Schützenfesten und die Fans dieser Band befinden sich ebenso auf solchen.

…Aber ehrlich gesagt finde ich, dass die da auch gut aufgehoben sind.

Manowar „alles“

Was soll man zu einer Band schreiben, die sich eigentlich selbst mit dem „Drumherum“ bzw ihren Albencovern völlig ins Abseits befördert? Manowar ist im Grunde genommen DER Angriffspunkt einer gesamten Szene. Ich habe niemals ernsthaft Manowar gehört, auch wenn ich sehr viele Texte auf Befehl runterbrabbeln könnte. Das kann ich aber auch bei K.I.Z. und Sido.

Das liegt allerdings nicht daran, dass ich die toll finde, sondern weil ich die unendlich dummen Zeilen gern auswendig können möchte. Und ich mag es Menschen zu beobachten, die auf musikalischen Veranstaltungen jeglicher Art einen Manowar Song präsentiert bekommen.

Machine Head „Supercharger“.

Insgesamt gesehen ist Machine Head ja eine total hammergeile Band. Aber die Supercharger (und die Burning Red) waren so furchterregend, dass ich die Scheiben bereits am selben Tag des Kaufs zurückgeben musste. Zum Glück haben die sich gefangen und sich nicht à la Limp Bizkit, Korn, Linkin Park & Co. selbst abgeschossen. Mir ist auch bis heute nicht klar, was Machine Head überhaupt mit Supercharger/Burning Red versucht haben. Entweder wollten die einfach nur irgendwelchen Trends hinterherhuschen oder die hatten einfach nen riesigen, langanhaltenden, geistigen Aussetzer oder die wollten einen ganz eigenen Trend setzen oder.. ach was weiss ich.

Heute machen die wieder ihr altes Ding und das is auch gut so. Auch wenn bis dato nix an die „Burn my Eyes“ rankommt (und wohl auch niemals rankommen wird).

Ich und Ich „äääääh“.

Das is eigentlich ’ne Band, die überhaupt nicht hier reingehört, da es keine Musik ist sondern ein Krankheitsbild. Ich nehm den Kram aber trotzdem in die Liste auf, denn es gab eine Zeit in der mein Auto defekt war und ich mich der Tunerfunktion im Autoradio meiner Eltern bedienen musste. Und zu dieser Zeit lief IMMER (!!) Ich und Ich. IMMER!!

  • Morgens nach dem Aufstehen im Badezimmerradio: Ich und Ich.
  • Während der Fahrt zur Arbeit: Ich und Ich.
  • Mittagspause: Ich und Ich.
  • Werbepause im TV Programm: Ich und Ich.

Danke… reicht.

Fear Factory „Remanufacture“.

Als ich in um 1994 das erste mal Kontakt mit Fear Factorys „Soul of a new Machine“ hatte, war ich direkt angefixt und klebte wie ein Besessener an dieser Band. Später erschien die „Demanufacture“ und ich hatte zuvor eigentlich kaum etwas geileres gehört.. Dieses technische Geschredder und die extrem derben Shouts vom Burton hatten es mir angetan.

Ich war allerdings nie im Besitz dieser beiden CDs, da wir die Scheiben ohnehin täglich in Dauerschleife bei einem Kumpel gehört haben. Also brauchte ich keine eigene… haben ja auch 20 Mark oder so gekostet. Wie dem auch sei..

1997 erschien dann die „Remanufacture“ und doof wie ich war, bin ich direkt zum Release in den CD Laden gerannt und hab mir das Ding gekauft. Zuhause leg‘ ich den Kram rein und höre den ÜÜÜÜBERSCHMODDER.

Das war eine TECHNO-ELEKTRO-IRGENDWAS-REMIX-CD. Grossartig. Zu dieser Zeit waren leider auch bereits CD-Brenner verbreitet und ich konnte die Scheibe auch nicht mehr zurückgeben. Später habe ich das Ding dann verloren. War mir egal.

Dragonforce „was weiss ich wie die Alben heissen“.

Dragonforce gehört zu der Kategorie „wir spielen möglichst frickeliges Zeug ohne Sinn und Verstand. Dann befehligen wir denjenigen mit der gayhaftesten Stimme an das Mikrofon und geben uns einen total bekloppten Namen“. Irgendwie wird diese Band offenbar eh nur von Leuten gehört, die ihre musikalischen Horizont auf das Ausmaß irgendeiner „Guitar Hero Playlist“ beschränken. Absolut grausamer Schrott. Nervt mich. Powermetal ist ohnehin fürchterlich und eine akustische Folter.

Dimmu Borgir „Puritanical Euphoric *sinnlos irgendwelche Wörter aneinanderreih‘ die cool klingen braa möppelkacke Bananenarsch*

Mit Dimmu Borgir ist es im Grunde genommen so wie bei Machine Head. Es gibt nur einen kleinen Unterschied: Nach diesem unfassbar würgreizbehafteten Album hat sich die Band niemals wieder gefangen und schmiss fort an nur noch ekligen und vollkommen überproduzierten Schlamm auf die Fangemeinde. Dimmu Borgir machen in meinem Augen komplett alles falsch, was eine „Black *räusper* Metal“-Kapelle ausmacht. Dimmu Borgir scheisst auf die rohe, schroffe Aggression im Sound, indem einfach alles kaputtgemixt und sämtliche Soundspuren zig mal überlagert und gecleaned werden. Alles klingt steril, seltsam und einfach „zu viel des Guten“. Selbst die Bandpräsentation (sei es in Videos oder auf diversen Covern) ist ein schlechter Witz.

Gibt es etwas peinlicheres als sich mit blau/silberner Schminke, nietenbehafteten Plateauschuhen, einer Plastikkeule mit Plastikspitzen (die auch tatsächlich nach Plastikkeule mit Plastikspitzen aussieht) auf irgendeinen Berg aus Totenköpfen zu stellen und eine Sonne anzuschreien, welche von Planetenringen umgeben ist? Ja okay… Manowar übertreffen das natürlich mit Leichtigkeit (unter Zuhilfename ihrer Baumwollunterwäsche-Motorrad-nackte-Weiber-Klischee-Kacke), aber Manowar manifestieren ohnehin auf Ewigkeit ihre Stellung im Genre. Fakt ist jedenfalls, dass sich Dimmu zu einem unfassbar riesigen, miefenden Haufen Hightech-Müll entwickelt hat.. und dabei befanden sich die „Stormblåst“, sowie die hammergeile „Enthrone Darkness Triumphant“ sehr lange sehr weit oben auf meiner Dauerrotationsliste. Allerdings war das doch schon recht lange her.

Achso ja, ich „durfte“ Dimmu Borgir nun auch schon mehrmals Live erleben! Das war eine schlimme Zeit. Die „Puritanical Euphoric Misanthropia“ (haha!) habe ich mir selbstverständlich auch käuflich erworben und es bereut.

Children Of Bodom „komplett und ausnahmslos alles“

Das mieseste zum Schluss. Eine Metalband, die selbst auf einem Metalfestival mit Kram aus dem Publikum beworfen wird und nach 30 Minuten böse die Bühne verlässt (Graspop yaay) macht sichtlich irgendwas falsch. Klar, einerseits empfinde ich die Musik an sich extrem nervtötend.. denn Synthesizer, die so dermaßen vordergründig rumfieseln braucht nun wirklich niemand… Viel schlimmer ist allerdings die schier grenzenlose Arroganz und Beschränktheit die diese Band (insbesondere Alexi „Wildchild“ Laiho) an den Tag legt. Wenn es einen Menschen gibt, der in einem Satz aus 9 Wörtern insgesamt 10x die Begriffe „Fuck, Shit, Motherfucker, yeah, Bitch, etc unterbringt, dann ist es „Wildchild“ Laiho.

Und das nervt gewaltig. Das nervt sogar soo sehr, dass einem auf Festivals keine andere Chance bleibt als die Bühne zu wechseln oder zum Zeltplatz zurück zu latschen. Man kann sich nichtmal an einer Bierbude/Würstchenstand aufhalten, während dieser Nervkrempel im Hintergrund läuft. Ich habe COB jetzt insgesamt 5 mal Live gesehen und jedes mal wurde es schlimmer.

Mit zunehmender Jahresendziffer werden werden somit auch die CDs nicht gerade erträglicher… Im Gegenteil. Herr „Wildchild“ muss sich ja bis ins Extreme selbst feiern, weil er so wahnsinnig toll völlig sinnentleerte Skalen auf seiner Gitarre runterbrettern kann… und das stundenlang. Ohne Rücksicht auf Verluste. Eigentlich braucht der Mann gar keine Band. Die Stört ja nur. Höchtens den Keyboarder, der seine Verspieler lauthals mit schrillem Synthischund übertönt.

Auch ich habe mir COBs „Something Wild“ im Jahre 1997 gekauft. Die wurde ja überall gelobt und ich dachte „ja, wenn die jetzt echt jeeeder gut findet, kann man da bestimmt nix falsch machen“. Anschliessend haben wir mehrere Wochen damit verbracht, irgendetwas positives an der Scheibe zu entdecken… leider ohne Erfolg. Eigentlich hat es nur genervt. Das Release darauf hat noch mehr genervt und der Nachfolger hat widerrum mehr genervt als sein Vorgänger. Der Nachfolger vom Nachfolger nervte dann kumuliert betrachtet so sehr wie das gesamte RTL Nachmittagsprogramm der letzten 15 Jahren auf 60 Minuten komprimiert..

So,… ich hätte natürlich noch etliche weitere Scheiben, die mir nicht gefallen. Aber ich denk‘ mal als kleine Auswahl sollte das dann wohl fürs Erste genügen. Demnächst schreib ich dann mal was über gute Musik. Tschüss.

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10 Discussion to this post

  1. Flo sagt:

    Komm damit klar, was du schreibst. Aber nicht mit weiß auf schwarz. Sieht zwar gut aus, liest sich aber miserabel.
    Roger C und Ich & Ich sind ja nun mal wirklich nicht erwähnenswert. Was haste im zweiten Teil? Revolverheld und Xavier Naidoo?

  2. KillAllTheWhitePeople sagt:

    rofl die Liste triffts perfekt, obwohl da definitiv noch so zeug wie greenday, judas priest, beatsteaks oder Muse fehlt!

    Trotzdem eine bekömmliche auswahl, die ich direkt unterschreiben würde. Überhaupt lieb ich deinen Schreibstil.. sarkasmus is was wundervolles

  3. stephie sagt:

    Witzig, dass das Baby auch noch ein Band-Lätzchen umhat. Gut ausgewählt. 😀

  4. spaceape sagt:

    Richtig gut ist auch der junge Mann hier:

    http://images.hhv.de/catalog/detail_big/00094/94080.jpg

    Jalal mit seinem Top-Hit-Album „The fruits of Rap“. Der gute Mann, der sich selbst als Godfather of Rap bezeichnet, hat mit diesem Album ein schlecht produziertes, musikalisch unheimlich belangloses und doch textlich und gesanglich so flaches Album hingelegt, dass man einfach zuhören muss. Aber nicht so all zu lange.

    Wo wir schon bei Belanglosigkeiten sind: Das neue Kassiereralbum gehört auch dazu. Und alles von Megadeth seit der Countdown.

  5. wusel sagt:

    *hehe* cool geschrieben!!!

    • Luis sagt:

      Hat mal einer fcberlegt wohin ein Anwalt die Abmahnung schicken soll? Via Facebook Chat Nachricht? Klar er wird nen rirthecl Beschludf holen und denn die daten von Facebook erhalten OMG aber facebook kennt meine Adresse gar nicht?! Also wird er bestimmt wieder n rirthecl. Beschludf holen und all meine Verbindungsdaten (IP) holen und von den Providern zuordnen zu lassen Dauert le4ppisch n paar Jahre und kost le4ppisch mal keine Anwaltskosten und lach der entstandenen Schaden? Werbung!

  6. Philipp sagt:

    Also weiße Schrift auf schwarzen Grund ist ganz vorzüglich für die Augen, nachgewiesen!

    Ich muss ehrlich sagen ich kenne nicht den ganzen Schunder, aber bei Offspring geh ich auf die Barrikaden. Es gab Zeiten da hatte ich den brennenden Totenkopf vom Conspiracy of One Album an der Wand hängen und Americana war der Brüller davor! Die Musik meiner Jugend aber immernoch gut und wer bitte hört auf Texte? Noch dazu wenn sie auf englisch sind, kannst du englisch? Ich nicht!

    Wenn du 70 bist und nen Rollator vor dir her schiebst wird dir auch der Roger gefallen 😉

    Letztens hab ich auf der Straße einen Opel Corsa gesehen, der Typ dadrinnen sah vom Stil her aus wie du. Er hatte die hinteren Fenster mit schwarzen Molton abgehangen, einen Grabstein auf der Hutablage und zwei Totenköpfe daneben und nachtürlich volle Suppe das Geholze an. Achja und an der Beifahrer Tür hing irgendwas mit Satan. Das nur als kleine Anekdote.

    • desty sagt:

      haha 😀

      Ich hab gar keinen schwarzen Molton / Totelkopfe / umgedrehte Kreuze im Auto hängen ;D
      Bei mir klebt nen Spongebob im Seitenfenster 😛

      Die Sache mit den Texten is wohl eher genreabhängig 😉 Mir sind Texte ziemlich wichtig. Bei deiner Mucke gibts ja kaum welche 😛 Und mal generell… die Meinung is ja auch nur subjektiv. Und wenn ich 70 bin und nen Rollator vor mir herschiebe, wird der schwarz lackiert, mit nem Hifisystem ausgerüstet und es wird weiterhin Pantera im CD Player rotieren 😀

      Du Offspring fan? Ach komm… 😉

    • desty sagt:

      achso: und ja, ich kann Englisch ;D

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