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metamorphos1s

1. Mai 2012

Ich hatte gestern, brückentagtechnisch bedingt, frei. Das war cool. Zusätzlich hatte ich einen grippalen Infekt und habe das Haus nicht verlassen – nicht so cool. Somit nutzte ich die gewonnene Zeit, um am iPad stupide elektronische Musik zu basteln, denn schliesslich habe ich nicht umsonst 11€ für das grandiose Reactable ausgegeben.

Da mir der Song letztlich gut gefiel, baute ich eine kleine CG-Animation drumherum. Im Grunde besteht das Ganze aus simplen polygonalen Shapes, die per Deformer bearbeitet werden und in diversen Klon/Effektor Mograph Elementen geworfen wurden. Anschliessend ein wenig Rumgetwitche, haufenweise Einstellungsebenen und eine kleine Prise Digieffects Damage.

Falls Interesse besteht, mach ich vielleicht irgendwann mal nen Breakdown davon.

17. April 2012


Ich nutze das Web hauptsächlich als Informationsquelle und lese 80% der Zeit Artikel, Blogs, Timelines und sonstigen Kram. Für die meisten blogartigen Auswüchse nutzt man dabei Feedreader, z.B. Reeder. Für nicht-Blogsachen oder vereinzelte Texte sind diese Tools allerdings nicht brauchbar. Des Weiteren sitze ich oftmals irgendwo in der Pampa und habe nicht die Lust, einen längeren Artikel auf einem viel zu kleinen Display zu konsumieren. Was macht man in so einem Fall? Man mailt sich diesen Artikel selbst zu und liest ihn daraufhin niemals, weil Mails fürchterlich 1995 sind.

Eine andere Möglichkeit ist der Gebrauch von Lesezeichen (1998) inkl. Crossplattform-Synchronisierung via xmarks (2001). Wirklich toll ist das aber auch nicht. Im Gegenteil. Vor rund 2 Jahren erschien aus exakt diesem Umstand der Dienst ReadItLater, den ich von da an exzessiv nutzte. Einige Zeit später wurde das grandiose Instapaper vomdeutschen Entwickler Marco Arment auf die Menschheit losgelassen. Ich wechselte direkt, spendete sogar einen kleinen Freudenbeitrag und erwarb Instapaper für knackige 5€ im AppStore. Instapaper war einfach wesentlich reduzierter und bereitete die Inhalte deutlich besser auf.

Auf Instapaper folgte der komplett kostenlose Dienst Readability, der die Inhalte wiederum besser aufbereitete, einige nützliche Sharingmöglichkeiten bot und großartig in Reeder, Tweetbot, Firefox, Chrome etc. integriert war. Ich switchte daraufhin erneut, obwohl der Wechsel eigentlich mehr dem Rumprobier-Drang entsprang. Readability lief darauf hin bis zum gestrigen Tage bei mir.

Heute, 5 Monate später, ist Pocket geboren. Pocket ist dabei kein neuer Dienst, sondern ein Rebranding vom ReadItLater Service. Ich reaktivierte also meinen gefreezten Account und schaute mir das Ganze mal an. Das Ergebnis war prächtig. Die App, egal ob iPhone, iPad oder Android sieht wunderbar aus. Die Aufbereitung der Texte ist spitze, Werbung wird zu 99% entfernt, Videos werden erstmals einwandfrei in die Formatierung übernommen und innerhalb der App gibt es wundervolle Funktionen, um die gesicherten Artikel zu organisieren. Ich finde nicht einen Negativpunkt an Pocket und spreche hiermit meine uneingeschränkte Empfehlung aus. Ohne diese Dienste geht bei mir eigentlich gar nichts mehr, und wenn Pocket dann auch noch komplett werbefrei und kostenlos daher kommt – umso besser.

Ausserdem sieht Pocket einfach schweinegut aus – Sowohl die App ansich, als auch die Webversion. So hat auch das Auge was davon. Saugbar hier.

Cheers! works.

16. April 2012

Weshalb mir Twitter gefällt, erfährt der Leser im Folgenden: 

Mein NAS war kaputt. Wollte nen Plexupgrade machen → falsche Prüfsumme → Installation ging trotzdem weiter → NAS ging aus → NAS ging wieder an → kein Zugriff → Ich weine. Daten sind verschlüsselt und somit ohne professionelle Hilfe nicht mehr recoverfähig. Ich schnauz‘ @netgear auf Twitter an und weine weiter. @netgear erzählt mir, ich soll doch beim Support anrufen. Ich rufe beim Support an, aber der Support teilt sich offenbar das Büro mit Apple. Drei Tage höre ich mir nichts sagende Weisheiten an, was ich denn alles tun soll und merke schon während der Erläuterungen auf der Gegenseite, dass alles hoffnungslos ist.

Ich schnauze @netgear erneut an und sag denen, dass deren Support für’n Arsch ist. @netgear stimmt mir zu und retweetet mein Gemotze. Daraufhin hagelt es an weiteren Retweets, bis sich mehrere Leute bei mir melden. @chirpah sagt mir, das @yodah alles gefixt bekommt und retweetet die Anfrage. @yodah quatscht mich an, gibt mir drei Ratschläge die ich befolge. Alles ohne Erfolg. Ich sag „nö, geht nich“. @netgear sagt mir, ich soll irgendwie mit ner Nadel am Resetknopf rumpuhlen und son paar Knöpfe drücken. Ich mach das.

@yodah sagt mir, ich soll nen bisschen warten – mach ich.

Ein Tag später schreibt mir @netgear: cheers! works.

Hätte ich diese Anfrage in Facebook gestellt, hätte ich Links von Webseiten (Spiegel Online etc.) bekommen, in denen geschrieben steht, dass Netgear eh total unsicher und doof ist. Dann wäre eine Diskussion losgebrochen mit Inhalten, die mich nicht interessieren bzw. nicht weiterbringen. Irgendwann hätte jemand gesagt, dass NAS Systeme doch eh voll die Geldverschwendung sind und man alles auf Tonbändern speichern sollte, die man anschliessend im Garten vergräbt. Anschliessend hätte jemand behauptet, er kenne jemanden, der sich damit auskennt. Dieser Jemand hätte sich aber niemals gemeldet und ich hätte gefragt „wo bleibt’n der Typ?“. Die Antwort wär gewesen „keine Ahnung. Besser wäre eh gewesen Du würdest alles auf Hybridtelefonkabelbügeleisenspeichermedien sichern. Die sind eh viel besser als Netgear Sachen – Hab ich auf Spiegel Online gelesen.“ Darauf hin hätte sich ein Portal neben mir geöffnet, welches mich in eine Zeitschleife gerissen hätte, in der sich bis an mein Lebensende die gleichbleibende Kommunikation wiederholt hätte. Ich wäre verloren und die einzige Möglichkeit dem ganzen Elend zu entkommen, wäre sofortiger Suizid.

Zweite Geschichte. Ich benötigte alten Toner und frage dementsprechend bei Facebook nach eben diesem. Es entwickelt sich eine Diskussion aus 68 Replies. Gegen Ende sprechen wir über das Perpetuum Mobile – Einen Toner erhalte ich nicht. Ich stelle die gleiche Anfrage auf Twitter und bekomme zwei Retweets und vier Tage später drei Tonerkartuschen. Vom wem diese Kartuschen stammen, weiss ich bis heute nicht – irgendein Martin aus Oldenburg. Aber hey, ich habe die Tonerkartuschen.

Olli Schulz Konzert

16. April 2012


Dieses Wochenende stand nach längerer Abstinenz mal wieder ein Konzertbesuch an. Olli Schulz spielte in der Osnabrücker Lagerhalle und das konnten Stephie und meine bescheidene Person uns natürlich nicht entgehen lassen. Irgendwie geschah das Ganze im Rahmen des seltsamen Popsalon-Festivals bei dem ansonsten so ziemlich keine einzige interessante Band auftrat.  Continue Reading

Redesign: rawwr 3.0

18. März 2012

Hallo liebes Internettagebuch. Ich hab dich mal wieder umgebaut, weil ich Dich nicht mehr leiden konnte mit Deinem hässlichen Fullscreenlayout.

Du hast jetzt nen neues Theme und wurdest somit ein klein wenig aufgehübscht.  Ich habe Dir absichtlich keinen „minimal-look“ verpasst, weil mir „minimal“ ebenfalls auf den Geist geht. Jeder Heiopei besitzt ein minimal-Layout und denkt dann, nur weil er ein minimal-Layout besitzt, wär er jetzt total trendy und designtechnisch absolut begabt und vollkommen over-the-top. Das ist aber nicht so, glaub mir. Ein Großteil der Minimal-fans lieben Minimal, weil Minimal so minimal ist, dass man sich keine Gedanken um gestalterischen Content machen muss, sondern selbigen einfach weglässt.

Es ist mir egal, ob das jetzt der Wahrheit entspricht oder nicht – Es ist jedenfalls mein Empfinden und darum bist Du jetzt so, wie ich es es für richtig erachte. Neues Logo gibts ebenfalls und technisch haste nun auch mehr unter der Haube, da Du jetzt responsive bist. Das bedeutet, Du passt Dich ans jeweilige Endgerät an und machst auch auf Smartphones, sowie Tablets eine gute Figur. Ein bisschen muss ich noch an Dir schrauben, aber das wird schon. Ich hab nur momentan keinen Bock dazu. Trotzdem hab ich Dich lieb, mein Internettagebuch.

xoxo, Dein Timo

Saints Row: The Third

30. Januar 2012

Wenn mich einer fragt, was denn mein Spiel des Jahres 2011 ist, denke ich mir „Saints Row: The Third“ und sage „Battlefield“. Ich hätte es echt nicht erwartet und hab mir das Ding eigentlich nur gekauft, weils billig war und nen Kumpel vor Ewigkeiten meinte, das ihm Saints Row 2 sehr gefallen hat.  Continue Reading

Nie wieder kaufe ich irgendwas im Geschäft. Insbesondere nicht so kurz nach Weihnachten!

28. Dezember 2011

Neulich ist mir wieder eine HDD zu Bruch gegangen – das war ärgerlich. Seitdem rotiert in meiner Dose eine 5400rpm Platte was auch sehr ärgerlich, weil langsam, ist. Das alles ist natürlich kein Zustand und ich setzte mir für den heutigen Tag das Ziel, zum ersten mal in meinem Leben ne hübsche SSD käuflich zu erwerben.

Also stöberte ich auf den Seiten diverser Hardwarehändler und wollte erstmal schauen was es denn überhaupt so gibt. Nach 5 Minuten hatte ich dann auch direkt keinen Bock mehr mich mit der Materie zu befassen. Die Userberichte lauteten durchweg „megatoll“ und „absoluter Schlamm“ – wohlgemerkt zu ein und demselben Produkt. Außerdem war die Auswahl einfach viel zu groß. Mich im Netz vernünftig zu informieren ist auch keine Option gewesen, da ich, wie bereits erwähnt, keinen Bock hatte.

Was tut man in so einem Fall? Richtig. Man begibt sich auf eine Zeitreise in die späten 90er, benutzt das Telefon und ruft in irgendeiner PC Bude an, um sich kundig zu machen – Und genau das habe ich getan. Meine Wahl fiel auf den Osnabrücker Shop kcn Computer, weil ich diesen Laden in den späten 90ern immer richtig gut fand.

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Ich bin ein Vorbild.

16. Dezember 2011

Hin und wieder blogge ich etwas. Das ist okay. Manchmal sind die Inhalte, die ich so veröffentliche, nichts weiter als in harmlos anmutenden Wörterfassaden versteckte Hasspredigen. Das ist auch okay – Ich bin halt so und ergötze mich in erster Linie an Dingen, die mich ankotzen. Ich erlebe auch viele schöne Sachen, über die ich aber nicht blogge. Zum einen interessiert es sowieso Niemanden und zum anderen verspüre ich bei schönen Dingen eher selten den Drang, euch daran teilhaben zu lassen.

Heute ist es allerdings anders, denn dieser Blogpost behandelt eine kürzlich eingetretene Begebenheit, mit der ich mich in gewisser Weise selbst loben kann. Viel mehr Lob gebührt allerdings einer völlig anderen Person, die ich im Folgenden nicht namentlich erwähnen werde. Die besagte Person Sonja hat mir vor einiger Zeit eine E-Mail geschickt (nichts spannendes),… und zwar über das Kontaktformular dieser Website (total phänomenal – es funktioniert!). In der Mail hat Sonja die Person mich darum gebeten, ihr doch auch so ein selbst gemachtes Puma Pedalboard zu bauen und ich schrieb ihr zurück, dass ich keine Zeit dafür habe. Das war noch nicht einmal gelogen. Ich habe ihr allerdings ein paar oberflächliche Tipps mit auf den Weg gegeben und gesagt, sie soll es doch mal selbst versuchen.

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Post-Rock / Post-Metal

5. November 2011

Ich bin ja bekanntlich ein extremer Musikidiot und verbringe unendlich viel Zeit damit, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Eigentlich bin ich ununterbrochen auf der Suche nach neuem Zeug und finde es traurig/verächtlich, dass so viele Menschen niemals den Blick über etwaige Tellerränder. Denn lässt man sich auf nichts Neues ein, verpasst man verflucht viel und das ist dann letztlich suboptimal.

Klar, bei manchen Menschengruppen ist das dann auch wieder irrelevant. Dabei spreche ich von Menschen, die Musik einzig und allein als Mittel zum Party machen sehen, oder selbige als Grundlage zum Anbaggern von irgendwelchen, ebenso irrelevanten Frauen (da selbes Klientel) nutzen. Für diese Menschen ist Musik natürlich eher weniger wertebehaftet und deshalb versammeln sie sich auch gerne im Rudel und versuchen ihren Körper gemäß der darwinschen Theorie möglichst zügig unter Zuhilfenahme übermäßiger Alkoholeinheiten zu exekutieren.

Das ist einerseits traurig, andererseits auch wunderbar – Denn so vermischen sich diese Leute nicht mit dem Rest der Gesellschaft und verschwinden irgendwann komplett von der Bildfläche. Zurück zum eigentlichen Thema. Wenn ich Musik höre, dann höre ich Musik. Soll heissen, ich lasse alles mehr oder weniger liegen und… naja, höre Musik. Ich klicke nicht einfach so auf den Link zur Band, halte für 30 Sekunden die momentan laufende Serie an, check ’ne eBay Auktion, schreibe nebenbei meine momentane SMS weiter und gebe direkt danach mein Urteil zur Musik ab, die ich sowieso nur zu 5% wahrgenommen habe. Nein, ich höre mir den Kram tatsächlich an – Zumindest mittlerweile. Früher habe ich das soeben genannte Verfahren bevorzugt, und so blieb mir beispielsweise vor ca. 7 Jahren eine Band verwehrt, die ich erst heute schätzen gelernt habe. Damals meinte nämlich son Typ zu mir „Junge, zieh‘ dir auf der Stelle Jakob rein!“ und ich so „ok“. Ich hab dann irgendwann zwischen Mittag und 12 Uhr kurz geyoutubed und direkt danach auf nen anderen Link geklickt, der irgendwie „fetter Junge verschluckt eine Gabel“ geheissen haben muss. So kam ich nach meinen 30 Sekunden Jakob zum Fazit, dass es ja ne echt langweilige Band ist. Das war dann auch mein erster und letzter Kontakt zum Post-Rock. Bei Katatonia beispielsweise war es zuvor ähnlich: Ich wurde dazu aufgefordert, mir die Band mal anzutun. Ich bin der Empfehlung nachgegangen, habs mir ne Minute gegeben und anschliessend auf das Video „Hässliche Frau mit grünem BH fällt die Treppe runter“ geklickt. Mein Fazit war „ist scheisse produziert und klingt wie alles andere“. Elendig viele Jahre später merkte ich dann, wie unendlich viel Genialität in dieser Band steckt und wie verdammt hochwertig das ist, was die machen.

Statt dessen habe ich dann weiter irgendwelche leichte Kost à la Godsmack oder was auch immer gehört. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass Godsmack schlecht sind. Auf gar keinen Fall, ich liebe Godsmack! Verglichen mit den zwei o.g. Beispielen ist Godsmack allerdings der Analogkäse im Gegensatz zum mittelalten Gouda.

Hätte ich noch eher Bekanntschaft mit Bands der oben genannten Art gemacht, wäre das für mich persönlich schon ne Bereicherung gewesen, und ich würde mich irgendwie darüber freuen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich damals noch zu jung gewesen bin, mich mit „schwererer Kost“ zu beschäftigen, oder es liegt mitunter daran, dass ich inzwischen selbst Gitarre spiele und den Kram heute völlig anders wahrnehme. Würde mir heute jemand irgend eine Machine Head oder Coal Chamber CD mit den Worten „hier, bahnbrechender Shit!“ hinschmeissen, würde ich ihn vermutlich doof angucken und ihm sagen, dass er mal auf die Uhr bzw. aufs Datum schauen soll.

Trotzdem mag ich die Bands noch immer, weil ich damit aufgewachsen bin. Ich weiss heute auch, dass die ach so hochgelobte Riffvielfalt von Machine Head streng genommen nur eine extrem geheuchelte Fassade ist. Klar, die bauen 25 Riffs in einen einzigen Song rein. Diese achso tolle Vielfalt kommt allerdings nur dadurch zustande, weil eine bestimmte Tonfolge einfach wieder und wieder bis zur Unkenntlichkeit transponiert und umarrangiert wird. Somit werden aus 25 Riffs dann mal eben drei. Aber wen interessiert’s? Ich find‘ die trotzdem toll und Marketinggelaber, dass durch irgendwelche Musikfachzeitschriften in die Welt geblasen wird, interessiert mich auf diesem Gebiet nun wirklich herzlich wenig.

Dennoch: Warum sollte man nun, 100 Jahre später, aufhören sich ernsthaft mit neuen, weiteren Dingen auseinanderzusetzen? Das haben wir früher auch gemacht. Oder anders gefragt, warum sollte man diese alten Relikte noch immer als das Optimum des Universums deklarieren und sämtliche Dinge daran messen? Würde man das tun, besucht man in 10 Jahren keine Konzerte mehr, da sämtliche „Helden der Vergangenheit“ unter der Erde liegen.

Es ist einzig und allein die Arroganz der eigenen Person, die nicht wahrhaben will, dass es auch die Menschen musikalisch zu etwas bringen, die womöglich sogar später als wir geboren sind. Es sind allerdings viele Menschen nach uns geboren und diese Menschen sind mit Musik aufgewachsen, die höchstwahrscheinlich in ihrer Gesamtheit „wertiger“ ist, als die Musik mit der wir aufgewachsen sind. Und beginnen diese „Neugeborenen“ nun damit, selbst zum Instrument zu greifen, so ist eine wesentlich vielfältigere Grundlage vorhanden, als zu unserer Zeit. Das Ganze besitzt im Übrigen auch einen eigenen Begriff: Entwicklung.

Nun könnte man behaupten, dass es den „alten Säcken“ (omg, wie das alles klingt) aufgrund dieser „Entwicklung“ vielleicht schwerer fällt, Zugang zum „neuen“ Scheiß zu finden. Das ist aber meiner Meinung nach nicht der Fall. Schuld ist wieder nur die eigene Arroganz, die den gesunden Menschenverstand abschaltet.

„Der Typ mit seinem scheiß Avenged Sevenfold Kack da! Ich hab schon Megadeth gehört, als der sich noch von püriertem Fleischbrei aus dem Glas ernährt hat. Ich hab den Plan und der nicht! Ist doch sowieso alles nur abgekupferter Dreck. Muss ich mich gar nicht mit auseinandersetzen bzw. hab ich überhaupt keinen Bock zu. ARSCHLOCH!“

Genau diese Art von Reaktion ist wohl an der Tagesordnung. Jedenfalls nach meinem Empfinden. Klar, sind die Avenged Sevenfold Sachen nichts bahnbrechend neues. Zerfrickeltes Rumschrubben auf unterschiedlichsten Skalen inkl. mixolydischen und phrygischen Kirchtonleitern beherrschte auch vor rund 20 Jahren der Herr Chuck Schuldiner von den gottgleichen Death. Dave Mustaine von Megadeth beherrscht das auch, bekommt es aber dennoch nicht geschissen, mehr als drei nicht komplett ätzende Songs zu bauen. Dimebag und Zakk Wylde würden sowieso jeden Avenged Sevenfold Song mit abgehackten Armen, ohne Gitarre, sondern ausnahmslos manifestierter Awesomeness covern. Aber sind Avengeld Sevenfold deshalb schlecht? Nö!

Ich hoffe es ist rübergekommen, was ich hier aussagen möchte. Auch ein 56 jähriger Altrocker, dessen musikalisches Repertoire aus Saxon (und NUR aus Saxon) besteht, könnte Gefallen an weiteren, moderneren Bands finden, wenn er es nur länger als gottverdammte 30 Sekunden probieren würde.

So. Spätestens jetzt habt ihr das alles eingesehen und verstanden. Ihr findet bestimmt auch alle super, was ich da so geschrieben habe. Und ihr denkt jetzt alle „woohoo! Ich muss mich sofort musikalisch weiterentwickeln und den Blick über den Tellerrand wagen! Ich muss mir jetzt unbedingt die nachfolgenden Stücke genau anhören und mache sogar Facebook dafür zu!“. Das ist schön und auch sehr löblich, denn jetzt gibt’s hier die Essenz aus dem Post-Genre, die ich in den letzten Monaten so entdeckt habe und für absolut ultraschweinegeil halte.

Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass ich auf der ganzen Welt nicht mal ansatzweise eine musikalische Stilrichtung kenne, die genialer, komplexer und gehaltvoller ist, als das Post-Genre. Sicher kann man da auch nicht alles über einen Kamm scheren, aber die nachfolgenden Bands stehen definitiv weit über allen mir bekannten Konkurrenten, die versuchen ähnliche Stimmungen zu schaffen.

Post-Metal entsprang im übrigen dem Sludge. Im Grunde ist es Metal, ja. Allerdings kann man verallgemeinernd festhalten, dass alle Post-Genres die ursprünglichen Schemata des jeweiligen übergeordneten Genres ausreizen und komplett neue Elemente einbringen. Die grundsätzlichen Instrumente, Skalen, Pentatoniken bleiben erhalten, aber es wird eine ganz eigene, progressive Stimmung geschaffen, die unendlich drückt, schiebt und ballert.

Melodien werden geschaffen, anschliessend in kompletten Noise zerrissen, der dann widerrum gegen die selbst geschaffene Atmosphäre ankämpft. Atmosphäre ist ohnehin ein Schlagwort des Genres. Da Sludge wie gesagt der Vater des Post-Metals ist, erkennt man ebenso gut wie in manchen Sachen von Neurosis oder dem ersten Callistoalbum. Das ganze ist irgendwie ein Mischmasch aus Adjektiven wie doomig, lieb, brachial, bösartig, verspielt und atmosphärisch. Ich hätte auch nicht erwartet, dass diese Art von Musik live überhaupt stemmbar wäre, bis ich dann mal auf diversen Konzerten gewesen bin, und… es geht. Es ist einfach nur der aaaaaabsolute Wahnsinn. Das muss man echt mal mitgemacht haben!

Da sich kaum jemand mit dieser Musik befassen möchte, sind die Konzerte zusätzlich auch extrem günstig.

Mallorca

19. Oktober 2011

Irgendwie war ich vor einiger Zeit im Urlaub. Irgendwie hatte ich da auch ne Knipse dabei und irgendwie habe ich es bis heute nicht auf die Reihe bekommen, meine Fotos hier auf die Seite zu klatschen. In erster Linie liegt das natürlich an meinem grandiosen Elan hinsichtlich der Pflege meines Blogs. Dann wüte ich momentan rund um die Uhr, jobtechnisch gesehen, in irgendwelchen Backends von Webseiten herum und zu guter Letzt hatte ich schlicht und ergreifend viel tollere Sachen zu tun.

Deshalb kommt nun mit 3 wöchiger Verspätung der Fotokrempel online und wartet darauf, von Euch begafft zu werden. Ich war übrigens auf Mallorca. Mallorca ist toll. Wer etwas anderes sagt, war entweder noch nie dort, an den falschen Orten oder ist generell nicht wirklich zurechnungsfähig. Mallorca bedeutet nicht Ballermann. Mallorca bedeutet auch nicht Daniela Katzenberger. Und übrigens hören die da auch keinen deutschen, hirntoten Dancefloorbeklopptschlagertechnodreck.

Der Urlaub war auf jedenfalls wundervoll. Wir haben enorm viel Natur mitgenommen, waren wandern, schwimmen, toben, radeln, schwimmen, chillen, schwimmen, nachts schwimmen, essen und chillen. Großartig! Ich war mal wieder hochgradig verbrannt und die Erdbeerprinzessin sehr begehrt bei stechenden Viehzeuginsekten. Ich bin auch total braun gewesen. Viel brauner als die Erdbeerprinzessin. Trotzdem haben alle gesagt, dass sie dunkler wäre. Das stimmt aber nicht. Die Leute haben alle nur Probleme mit ihrem Gehirn ihren Augen. So, mehr braucht ihr nicht zu wissen. Ihr seid schliesslich nicht da gewesen und außerdem ist Mallorca ja eh nur Ballermann und sowieso total unhübsch.

Nachfolgend könnt ihr meine Saufbilder begutachten.

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