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Heavy Psych.

12. Februar 2013

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2013 und das ist auch gut so, denn alle 365 Tage startet das Desertfest in Berlin. In Anbetracht der Tatsache, dass diese grandiose und zugleich gnadenlos großartige Veranstaltung des verlebten Jahres bereits Teil der Vergangenheit is, bedeutet es im Umkehrschluß auch, dass mit jedem einzelnen Tage der Termin zum nächsten Festival in greifbarere Nähe rückt. Im letzten Jahr hat mich dieses Festival nicht nur komplett weggeflasht, sondern vollends und mit maximaler Kraft bis zur Hutschnur in den Stonersumpf gedrückt. Ich schluckte soviel tieffrequente und schwer verdauliche Kost, dass mir seit diesem besagten Wochenende beinahe nichts anderes mehr munden mochte. 

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Adventskalender Deluxe

26. Dezember 2012

Dieses Jahr befand ich mich in der Situation, im Besitz des wohl großartigsten Adventskalenders aller Zeiten zu sein. Inzwischen ist natürlich kaum noch etwas davon übrig, ich war allerdings intelligent genug, zuvor einige Erinnerungsschnappschüsse zu machen. Also, worum geht es? Die @apfelmade war irre genug, mir 24 verschiedene Süssigkeiten aus jeweils unterschiedlichen Ländern der Welt zu importieren und mir das Ganze in Form einer riesigen, durchnummerierten Fress-Einkaufstüte am 1.12. zu überreichen.

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Von sterbenden Vögeln

3. Dezember 2012


Musik verlangt nicht viel von Dir – einzig Deine ungeteilte Aufmerksamkeit, welche Du ihr gerne schenkst, sofern innerlich noch Leben in Dir blühen sollte und Du Dich noch nicht komplett den gesellschaftlichen Anforderungen gebeugt hast. Mehr noch – Du opferst ihr darüber hinaus Deine Seele, ohne dass jemals danach gebeten wurde.

Musik verspricht Dir absolut nichts und dennoch schenkt sie Dir alles. Sie lässt das Leben aus Dir sprudeln, tritt Dir mit aller Gewalt in den Arsch und zerrt Dich unaufhaltsam aus jedem noch so tiefen Sumpf. Auf der anderen Seite schärft sie Deinen Verstand, inspiriert Dich in jeder nur erdenklichen Form, treibt Dich zu kreativen Höchstleistungen an und holt Dich ebenso stetig mit aller Gewalt wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Musik kann all das bei Dir hervorrufen, Du musst Dich nur darauf einlassen. Continue Reading

I’m standing here
watching the clouds float by
wondering why the pain never deserted me
the sadness, sorrow, bewilderness that never left
(…the moments of joy I never kept)

I’m flying away…

holding hands with myself
sharing life with myself
reaping the loneliness I’ve sown
in these fields I’ve always grown
digging the blackness from my mind

I will die… all alone

Thomas Akim Grønbæk Jensen

O2 – Dein Freund und Helfer.

1. November 2012

Nach einem 2-wöchigen Kündigungsmarathon und unzähligen Telefonaten mit ihrem Kundendienst hat es ihr Unternehmen nun scheinbar tatsächlich geschafft, meinen Kündigungswunsch zu realisieren.

Aufgrund einer Rücksprache mit der Osnabrücker Kündigungsstelle, verfasse ich hiermit nun dieses Serviceticket mit folgendem Anliegen:

Bitte senden Sie mir umgehend eine Kündigungsbestätigung inklusive exaktem Datum, zu welchem ich endgültig von ihren Dienstleistungen befreit werde.

Diese Bestätigung sollte mich bitte auf postalischem Wege an meine hinterlegte Adresse erreichen. Zur Sicherheit hinterlasse ich diese hier nun nochmals, damit weitere Missberständnisse und Fehlinterpretationen von vorn herein ausgeschlossen werden:

[…]

Vielen Dank

PS: Lieber Empfänger dieses Servicetickets – mein Greul richtet sich nicht gegen Sie, sondern lediglich gegen die letzten fünf oder acht oder neun oder weißderherrgottwieviele „Kundendienstler“, mit denen ich in jüngster Vergangenheit das Vergnügen hatte. Was ich dort erlebte, gehörte mitunter zu den fürchterlichsten Erfahrungen, die ich während meines bisherigen Aufenthaltes auf dem Planeten Erde durchleben musste. Stellenweise konnte ich nicht mehr differenzieren, ob ich nun mit einem Mobilfunkprovider oder mit einer Abspaltung der Scientology zu tun hatte. Bei meinem vorletzten (oder vorvorletzten oder vorvorvorletzten) Gespräch hatte ich dann schließlich den ernsthaften Verdacht, höchstpersönlich mit Herrn L.Ron Hubbard zu debattieren. Dieses Gespräch versetzte mich in Angst und ich leide noch heute darunter.

Also: Wenn auch nur ein einzelner, schwach glimmender Funken Mitgefühl in Ihnen steckt – helfen Sie mir! Im Grunde sind Sie sogar meine letzte Chance, dieser nervenzerfetzenden Grausamkeit ein Ende zu bereiten – Der letzte Strohhalm, nach dem ich zu greifen vermag. Sie stellen in genau diesem Moment den Mittelpunkt meines Lebens dar. SIE, lieber Empfänger dieses Servicetickets, sind das ALPHA und das OMEGA meines Bestrebens.

Helfen Sie mir. Bitte.

Hochachtungsvoll und in ewig währender Demut,
Timo Vorwald


So, Update: o2 löschte mein Serviceticket. Am gleichen Tag erreichte mich eine SMS aus deren Anstalt, in welcher ich darauf hingewiesen wurde, dass 4 weitere SMS zur Servicebewertung folgen werden. Ich bewerte sämtliche Fragenmit „1“ von maximal „5“ – nun hoffe ich, das dort jemand weint. Mir egal wer. Hauptsache jemand weint.

Passiert ist bis einschließlich dem Moment des Postupdates nichts.


Nächstes Update: O2 per Facebook meine Unzufriedenheit mitgeteilt.


Update 3: Ein Kundenbetreuer spricht mit mir.

Guten Tag Herr Vorwald,
vielen Dank für Ihre E-Mail.
Schade, dass Sie Ihren Vertrag nicht mehr nutzen möchten.

Wir werden diesen zum 19. September 2013 beenden.

Anfallende Mobilfunkkosten, wie z. B. Ihre geführten Verbindungen und die anteilige Grundgebühr, werden bis zu diesem Datum in Rechnung gestellt. Sie werden deshalb nach dem Vertragsende noch Rechnungen erhalten. Den Verbindungszeitraum sehen Sie auf der ersten Seite Ihrer Rechnung.

Hier noch ein wichtiger Hinweis: Bestandsdaten werden 1 Jahr nach Ablauf des Kalenderjahres – nach dem der Vertrag beendet wurde – gelöscht. Informationen zum Thema Datenschutz finden Sie auch online unter www.o2online.de/goto/datenschutz.

PS.: Herr Vorwald, ich möchte natürlich nicht dass Sie auf den Mars Reisen müssen um die Bestätigung der Kündigung zu bekommen und auch halte ich Ihnen gern den Strohhalm, an dem Sie sich klammern, fest. Bei der Beantwortung waren Sie natürlich die Mitte meines Arbeitslebens (
Ich muss allerdings sagen dass ich mich köstlich amüsiert habe über Ihren letzten Abschied auch wenn es eher zu bedauern ist was Ihnen dort widerfahren ist. Für das Verhalten und den Aussagen der Kollegen möchte ich mich dennoch bei Ihnen aufs höfflichste Entschuldigen.

Freundliche Grüße aus Nürnberg
Ihr o2 Kundebetreuer
Captain Nichtsnutz

Diese Mail erreichte mich vor rund einer Stunde. Nun ist der aktuelle Stand also wieder der 13.September 2013. Sind die da eigentlich alle besoffen? Ich rief erneut bei O2 an und schrie die Tante am anderen Ende der Leitung in Grund und Boden. Die arme Frau möchte sich nun der Sachlage annehmen und wird sich morgen telefonisch bei mir melden. Ich glaube da ehrlich gesagt nichts von, aber lasse mich dennoch mal überraschen.


Update 4: Frust auf Twitter.
Die Tante hat sich natürlich nicht bei mir gemeldet. Wieso auch?
Gegen Mittag verfasse ich gefrustet einen Tweet, welcher besagt, dass ich gefrustet bin. @o2de pack als Mention mit dazu.
Eigentlich erhoffe ich mir gar nichts davon. Wieso auch?

Irgendwie entwickelt sich aus dem Ganzen dann doch ein kurzer Dialog, der sich hier nachlesen lässt. Nun, ich weiß nicht wie ich es sagen soll, deshalb überlasse ich die Worte dem guten Onkel Mel:

Saustark! O2 sollte sich eventuell mal Gedanken darüber machen, sämtliche Kundenbetreuer in die Hölle zu schicken und dem Twittersupport die Führungsprivilegien zu überlassen. Mein Thread auf Facebook ist übrigens seitens des Unternehmens noch immer nicht beantwortet worden. Es haben sich lediglich 10 grenzbescheuerte Facebookuser dazu geäussert und mir sinnentleerte Fragen gestellt. Ich mag Facebook nicht.

Mittlerweile steht der Kündigungstermin sogar in meinem o2online-Konto. Meine Fresse, wat schön.

Mein Fazit ist dennoch: Finger weg von dieser Saubude! Einmal und nie wieder.

Rocksmith

21. Oktober 2012

The game requires you to have a Rocksmith Real Tone Cable in order to play. […] other guitar input devices will take audio from your electric or bass guitar, Rocksmith only supports the Real Tone Cable.Ubisoft

Ganz ehrlich? Das war nun endgültig das letzte Mal, dass ich diesem Publisher mein Geld in den Schlund geschmissen habe. Ich freute mich wirklich enorm auf das Game, aber Ubisoft hat es mal wieder bravourös hinbekommen, dass die anfängliche Euphorie beim ersten Start von Rocksmith in schier undefinierbare Aggressionen und Gewaltphantasien umschlug.

Was genau ist das Problem daran, dem musikbegeisterten Spieler die eigenständige Entscheidung zu überlassen, ob er

  1. sein vorhandenes, seit Jahren bewährtes, wunderbar funktionierendes, aber auch teures, sowie qualitativ hochweritges (Studio-) Audio Interface zum Anschluss seiner Gitarre nutzen möchte, oder
  2. das im Pflicht-Lieferumfang enthaltene, weniger gute, aber auch räudige Kindergartenspielzeugkackepissearsch Drecks Real Tone Cable, welches aller Wahrscheinlichkeit nach von drei besoffenen Mormonen auf Crack im direkten Anschluß einer 6-wöchigen Scientology Gehirndefragmentierung in irgend einem gottverhasstem Kuhkaff jenseits Kowloon Walled City in grippalem Zustand zusammengezimmert wurde

nutzen möchte?

Bei einem Spiel, welches sich dem Thema „Musik“ widmet und breitärschig als „[…] the next step in the evolution of the guitar video game“ beworben wird und dabei auf die Verwendung von echten Gitarren ausgelegt ist, gibt es ziemlich genau ein (!) Kriterium, welches auf Deubel komm raus gewährleistet sein muss: Gute Latenz. Also,… richtig gute Latenz.

Mit meinem vorhandenen Audio Interface habe ich eine großartige Latenz – nämlich eine, die nicht spürbar ist. Genau diese Eigenschaft ist seinerzeit das (Haupt-)Kaufkriterium gewesen, denn ich wollte mit meinem PC recorden und via Amplitube meinen Gitarrensound live modellieren und fröhlich rumexperimentieren. Dabei handelt es sich übrigens um das Focusrite Sapphire 24 DSP und das Ding ist ganz wunderbar.

Nun liegt hier Rocksmith vor mir, welches im Grunde genau das Gleiche machen soll – wenn auch auf spielerische Art und Weise. Es wäre also mehr als naheliegend, auf bereits existierende Hardware (sofern vorhanden) zuzugreifen und damit ein tolles Spielerlebnis zu ermöglichen. Dazu müsste man nur kurz die Spieloptionen aufrufen, das supergute Interface wählen und schon wäre alles ganz großartig und schön und dufte. Eine derartige Funktion bietet ohnehin fast jedes Spiel und es ist ja ansich nichts besonderes.

Ein solcher Menüpunkt existiert in Rocksmith nicht.

Bei Rocksmith gibt es ein eigenes Audio Interface: Das ist ein kleiner, eckiger Knubbel aus Plastik, der im Kabel verwurstet wurde, ca. so groß wie ein Feuerzeug. Auf der Oberseite von dem Ding steht Ubisoft. Vorne befindet sich die große Klinke, hinten ein USB Stecker.

Wenn man diese beiden Stecker nun sachgemäß in die dafür vorgesehenen Buchsen einführt und das Spiel startet, ändert sich abrupt der Gemütszustand ins Negative. Kurze Zeit später ist man leider gezwungen, dass Spiel wieder zu beenden und einen Blogeintrag über den nicht vorhandenen Spielspaß zu verfassen und seine Mitmenschen davor zu warnen, nicht den selben Fehler zu begehen und 70€ für diese Scheiße zu bezahlen.

Es lagt. Es lagt unglaublich. Die Latenz macht einfach alles kaputt. Selbst nach 4 stündigem totgoogeln in irgendwelchen Foren, bleibt das Problem bestehen. Ihr müsst euch vorstellen:

Eine Note kommt angeflogen. Ihr wisst genau, wann ihr die Saite anschlagen müsst, trefft den Zeitpunkt zu 100% perfekt und verkackt dennoch, da das Spiel das Audiosignal zeitversetzt erhält. Nach elendigen Tests habe ich herausgefunden (was eigentlich auch logisch ist, da auf diese Weise nichts von der Soundkarte getaktet werden muss), dass es Vorteile bringt, sämtliche digitalen Übertragungswege im Audio zu entfernen und auf analoge Übertragung zu setzen. Dumm nur, dass ich dann quasi bei jeder Rocksmith Partie erstmal die Kabellage umzuppeln muss, wozu ich, gelinde gesagt, nicht unbedingt bock habe. Gut, der Lag wird dadurch zwar besser, ist aber noch immer spürbar. Im Spiel selbst existieren noch Einstellungen zur Synchronisierung von Audio & Video, sowie zur „Feinjustage“ der Latenz. Das ist nen Regler, den man nach ganz links drehen kann. Dann ist laut Ubisoft die Latenz bei „1“. Ja, eins. Eine Sekunde? Millisekunde? Aha?

Eine Latenz von „1“ latentiert hingegen noch immer merklich. Alles Mumpitz. Das Problem ist und bleibt dieses wenig erotische Kabel, welches leider Gottes nicht nur ein Kabel ist.

Uuuuuh, Raubkopierer!

Ubisoft gehört ja bekanntlich zu der Sorte von Publishern, die beim Begriff „Raubkopie“ augenblicklich blutunterlaufene Augen bekommt und sich deren äußere Hirnrinde im Anschluß daran abzupellen beginnt. Deshalb „sichert“ Ubisoft seine Produkte maximal gut. Manchmal sogar so gut, dass selbst Menschen, die ein Original gekauft haben nicht ins Game gelangen. Anno 1503 war da so ein Beispiel. Ubisoft ist es offenbar auch völlig schnurz das sie quasi pausenlos die Community gegen sich aufbringen. Hauptsache ihr „Produkt“ ist sicher.

Ich denke bei Rocksmith verhält es sich nun ähnlich und dieses *hüstel* Real Tone Cable stellt quasi einen Hardwarekopierschutz dar, denn ohne original Kabel lässt sich das game nicht betreiben. Wirft man mal einen flüchtigen Blick zu Thomann, wird man schnell feststellen, dass man vergleichbare Kabel bereits für 6€ bekommt. In erster Linie verdient Ubisoft nun an den Dingern, in zweiter Linie dient es als „Dongle“ und hält die bösen bösen Raubkopierer fern. Und genau das ist der Grund, warum Rocksmith nicht zu anderen Komponenten kompatibel ist.

Das Ding ist, für Rocksmith wird eine E-Gitarre benötigt und ich denke nun eher weniger, dass sich Jugendliche extra aufgrund des Games eine solche zulegen werden. Ausnahmen gibt es zwar immer, aber das wäre schon äußerst bekloppt und grenzdebil. Die Hauptzielgruppe dürften somit diejenigen sein, die bereits eine E-Gitarre besitzen. Und mal im ernst: Menschen, die eine E-Gitarre ihr Eigen nennen, haben wohl mit ziemlich angrenzender Sicherheit auch ein Kabel! Ubisoft hätte somit auch einfach einen Klinke-USB-Adapter mit nem kleinen Verstärker beilegen können, besser noch optional. Letztlich ist es ja nur von Nöten, das Gitarrensignal irgendwie in den Rechner zu bekommen und auszuwerten.. es geht schliesslich nicht um die Klangqualität, sondern um das Timing beim Anschlag der Saiten. Ich weiß nicht,… mir riecht das wirklich zu sehr nach dem Unternehmen mit dem angebissenen Apfel.

Ich jedenfalls habe mir ein Latenzfreies Gitarrenspiel gewünscht (nein, ich habe es vorrausgesetzt) und deshalb auch die PC-Version gewählt. Wenn man das Geschrei im Netz verfolgt, gibt es die Problematik bei den Konsolenvarianten ebenfalls. So macht es jedenfalls keinen Spaß und ich hoffe, dass bald irgend ein Mod erscheinen wird, der vernünftige Hardware zulassen wird.

Momentan tüftel ich schon seit Stunden an Asio4All herum. Sofern ich da irgendwas auf die Reihe kriegen sollte, werde ich es an diesen Post hier anhängen. Bis dahin: Spart eure Kohle.

Nur Hippies lesen…!

16. August 2012

Weshalb liest man im 21. Jahrhundert eigentlich noch Bücher?
Es gibt schließlich viel praktischere Medienkomsummethoden, die darüberhinaus noch den vermeintlichen Vorteil eröffnen, den angeforderten Inhalt in exorbitant kürzerer Zeit hinter die Hirnrinde der Rezipienten zu kippen: Filme. Blurays, DVDs, VHS Kassetten – Herrgott, meinetwegen auch Laserdiscs. Ein weiterer, nicht ausser Acht zu lassender Pluspunkt, ist die damit einhergehende, grundsätzlich vorhandene Arbeitslosigkeit der eigenen Extremitäten, welche es dem Konsumenten erlaubt, zeitgleich schier unbegreifliche Mengen Gefress in alle erdenklichen Körperöffnungen (vorzugsweise Mund) einzuführen und sich dabei nicht einmal abnormal vorzukommen. Schließlich ist das Hirn mit anderen, nennen wir es „Aktivitäten, beschäftigt – CGI Verdauung und chronische Synchronisationsfehleranalyse beispielsweise.

Es existieren weder High Definition Bücher, noch Dolby Digital Fassungen. Limitierte Steelbookstaubfängerpressblechversionen gibt es auch nicht. Rational betrachtet ist das Buch eine dicke, fette, langweilige Ansammlung von chemischem, völlig ungesundem Laserdruckertonerzeug, welches maschinell auf verstorbenen, gebleichten Baumüberresten festgebrannt wurde. Da gibt es weder Blingbling, noch anderweitige Stylefaktoren – Das Lesen eines Buches ist die wohl urtümlichste Konsummethode einer vom Autor erdachten Gechichte.

Warum also, beim Barte des Propheten, sollte man in der heutigen, multimedial zugekleistertem Welt noch solch prähistorischen Quatsch in Erwägung ziehen? Die Antwort ist schlicht und ergreifend »weil es intensiver als alles andere ist, war und auf ewig bleiben wird.«

Beim Lesen wird Dir nichts vorgemacht. Es existiert kein Regisseur, der Dir vorschreibt wie ein Charakter genau auszusehen hat. Niemand bestimmt, wie Du die beschriebene Welt oder das Universum sehen sollst. All diese Dinge passieren in Deinem Kopf – Du hast Deinen eigenen, gedanklichen Spielraum und konstruierst Dir Deine eigene Version des Erzählten. Ein Autor vermittelt lediglich Rahmenbedingungen, ein paar grobe Anhaltspunkte. Der Leser selbst entscheidet später, was er sich daraus zusammenspinnt.

Anfang der 90er las ich mein erstes Buch: Stephen Kings Es. Das gedankliche Bild von Pennywise zerstörte daraufhin bis heute meine subjektive Wahrnehmung eines Clowns. Ich fühle mich noch immer bedroht, wenn sich ein gottverdammter Clown mit einer beschissenen roten Nase in mein Blickfeld verirrt und irgend welchen einstudierten Klamauk der primitivsten Form präsentiert. Man,.. das was der Typ da treibt ist nicht lustig! Das ist bedrohlich! Jeden Moment springt er dem nächsten Rotzblag ins Genick, beißt es kaputt und weidet es im Anschluss daran aus! Wenn Du einen Clown siehst – Lauf! Oder töte ihn bevor er dich bemerkt.

Die Figur des Pennywise war für mich stets der Inbegriff von Bösartigkeit. Und dann, einige Jahre später, schleppte meine Mutter die Verfilmung aus unserer nahegelegenen Dorfvideothek auf VHS Tape mit Hause. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sehr ich aus dem Häuschen gewesen bin, als das Teil schliesslich in unserem Videorekorder gelandet ist. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wie Pennywise tatsächlich ausschaut, ja, wie fürchterlich dieses Wesen in Wirklichkeit sein mag.

Was ich dann allerdings sah, war ernüchternd, langweilig, aufgesetzt – Das Ding in meinem Kopf hatte nichts mehr mit dem verkleideten Schauspieler zu tun, den ich dort sah. Dennoch wurde das Bild von Pennywise in meiner Phantasiewelt vollkommen durch den mehr oder minder langweiligen Hampelmann aus der Verfilmung ersetzt. Der „Zauber“ war komplett verflogen. Ähnlich erging es mir mit Tolkiens Der Herr der Ringe. Obwohl Peter Jackson es hinbekommen hat, eine großartige Welt zu erschaffen, saß ich relativ gelassen im Kino und lies die Bilder regelrecht interpretationslos auf mich einregnen.

Filme zerstören Gedankenwelten bzw. ermögliche Dir maximal einen kurzen Blick durch das Schlüsselloch. Die wahre Geschichte befindet sich allerdings hinter der Tür. Stell Dir ein richtig gutes Essen vor. Man futtert ein Stückchen hiervon und ein Stückchen davon. Es schmeckt geil und Du denkst Dir »omnomnom«. Irgendwann bist Du satt und glücklich und beförderst Dich mitsamt vollem Wanst in die Koje. Das ist ein Buch.

Der Küchenchef kratzt währenddessen die Reste von den Tellern, verwurstet selbige, entfernt vermeintlich überflüssige Brocken und haut die übriggebliebenen Zutaten in den Häcksler, um Sie anschliessend für 40 Minuten in den Backofen zu schieben und mit Käse zu überbacken. Eventuell serviert er das „neue Gericht“, auf einem Porzellan-Designteller und reichert es mit einer tollen Garnitur an, die man sowieso nicht isst. Das ist ein Film.

Versteht mich nicht falsch, es gibt wahnsinnig gute Filme. Wenn man es allerdings wirklich wissen möchte, und zur Gesamtheit in einer Geschichte versaufen will, sollte man (wenn möglich) doch eher die prähistorische Konsummethode wählen, die bereits Opa für gut befand.

Nicht gestorben, lediglich beschäftigt.

1. August 2012

Ich kann es mir beim besten Willen nicht erklären, aber es gibt tatsächlich Personen, die diesen Kram hier verfolgen. Dann gibt es es noch die Menschen, die mich bei längeren Posting-Pausen anfangen zu kontaktieren und mich bitten, diesen Zustand zu ändern. Da ich tunlichst versuche, zwischenmenschliche Konversationen zu unterdrücken, sehe ich mich nun in der ungünstigen Situation mein lethargisches Dasein für kurze Zeit zu beurlauben und ein wenig Hirnschmalz für das Verfassen dieses Blogeintrags zu verplempern.  Continue Reading

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