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Gitarrenunterricht die Zweite

26. Juni 2010

…und wiedermal reg‘ ich mich über mich selbst auf. Ich habe hier das absolute Highend-Equipment rumstehen und eine „gehobene Mittelklasse“-Gitarre. Und ja… 70% der Zeit liegt der Kram hier rum. Ich liebe Musik wie nichts anderes und immer nur MP3s CDs hören, also Musik die von Anderen gemacht wurde, ist einfach mal komplett für’n Arsch.Musik lieben heisst, sich mit Musik auseinanderzusetzen. Und das geht NUR wenn man Musik versteht, Musik analysiert und im Umkehrschluß Musik selber macht. Und gottverdammt… ich spiele nichtmal regelmäßig.

Woran liegt das?

Das liegt daran, dass ich total die Übersicht verliere. Skalen hier, Pentatoniken da, Hammer On’s und Pull Off’s dort. Dazwischen die kleine Terz, dicht gefolgt von der großen Terz. Quinten, Septime, Barrè Chords, Klangreihenlehre, Kadenzen, Gehörbildung, Vibrato, Vorstufe, Endstufe, Pickups, Pinch Harmonics, Falsett, Kopfstimme, Notenlehre, Läufe, Dur, Moll, Stimmungen, Fingersätze, Tonleiter, Intervalle, Quintenzirkel, Harmonien, Verminderungen, Ghost Notes und was weiss ich noch alles.

WHAT THE FUCK!?

Ich kann Gitarre spielen, weiss aber vorne und hinten nicht WAS ich WARUM tu. Desweiteren weiss ich nicht, ob das was ich mache auch wirklich richtig ist. Greif‘ ich evtl falsch? Mach ich das Alternate Picking richtig? Bende ich die Saiten vernünftig? Dazu kommt dann noch, dass ich einige Grundlagen überhaupt nicht geschissen bekomme. The dreaded F-Chord! Nur mal so erwähnt. Musiktheorie? Nie gehört. Musikunterricht geschwänzt. Noten? Hä?

Es kann einfach nicht sein. Ich besitze ne geile Gitarre, ich besitze nen geilen Amp, ich besitze, zehntausend Plektren. Ich hab alles da, um Musik zu machen. Sogar Zeit ist mehr oder weniger vorhanden.. und auch wenn mal keine Zeit da ist, kann ich mir relativ problemlos welche nehmen, in dem ich andere Aktivitäten einfach sein lasse, mich hier einschliesse und es einfach zu tun.

Und was mach ich? Garnix. Ich lass alles mehr oder weniger verstauben, spiele wieder und immer wieder die Sachen, die ich ohnehin schon kann. Keinerlei Lerneffekt. Alles „Gehobenere“ schmeiss ich nach 60 Minuten hin weil es nicht klappt. Ich hab irgendwie keinerlei Ausdauer mehr mich konzentriert an diese eine verdammte Sache zu setzen. Mein alter Gitarrenlehrer war supergeil, konnte sein Wissen aber überhaupt nicht vermitteln. Im Internet hängen nur Spacken rum, die sowieso alles besser wissen und den anderen als kompletten Vollidioten abstempeln.

Ich hab‘ hier Bücher. Bücher sind gut. Bücher sagen mir aber nicht „Ey du greifst das falsch du Tölpel!“. Bücher sagen mir auch nicht „gut gemacht.. nimm dir nen Keks“. Bücher erklären teilweise auch Dinge kompliziert und Bücher kann man nicht einfach mal etwas fragen.

Sind halt Bücher. Die liegen rum und zeigen dir mit hämischem Grinsen den Mittelfinger. Bücher sind scheisse! Oder anders: Bücher werden erst richtig gut, wenn man die Grundlagen raus hat und die Zusammenhänge nachvollziehen kann.

Auch wenn es evtl. schwer ersichtlich ist, ich bin derzeit (wieder einmal) an einem kompletten Tiefpunkt angelangt. Ich komme scheinbar überhaupt nicht von der Stelle und bin gefrustet von den Dingen die ich an diesem Instrument nicht auf die Reihe kriege.

Ich will, dass ich mir Dinge ausdenke bei denen ich mir selbst sage „ok,.. das ist jetzt wirklich geil!“. Ich will, dass die Leute aufhören zu labern und mir zuhören wenn ich was spiele und letztlich will ich das ich so gut werde, dass die Leute sich wünschen das ich etwas vorspiele.

Das klingt vielleicht bescheuert, is‘ aber so.

Bevor ich mein komplettes Equipment jetzt verbrenne und für den Rest meines Lebens vorm PC hänge, um auf stupide Art und Weise die „Musik der Anderen“ anhöre, meinen Arsch nicht hochkriege und doof vor mich hersiffe, gehe ich die ganze Sache jetzt nochmal von vorne an. Morgen wenn ich aufstehe, such ich mir nen vernünftigen Gitarrenlehrer, spiele täglich mindestens 30 Minuten und versteh‘ die ganze Kacke nach und nach!

Das wird nen langer Weg, aber das is mir sowas von schnurzpiepegal!

Kann ja wohl nich‘ angehen.

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