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Hobbyradler Sportbekleidung

16. September 2014

Seit rund zwei Jahren fahre ich weitestgehend regelmäßig Rad und bastelte mir deshalb ein töftes Mountainbike zusammen. Im Laufe dieses Jahres wurde das Hobby dann zur Pflichtaufgabe, da ich neben der körperlichen Fitness noch ein weiteres, wichtiges Ziel verfolgte, auf welches hier nicht näher eingegangen werden soll. Die Tatsache, dass ich mich in jeder freien Minute auf dem Fahrrad befand, führte letztlich dazu, dass ich dieses Fortbewegungsmittel nicht mehr missen möchte und es (wieder) ein Teil meines Lebens geworden ist. Ich fing später an, möglichst oft den Weg zur Arbeit mit dem Rad zu bestreiten und knupperte fröhlich die täglichen 60km zur Kloppe und zurück. Im Sommer war das Ganze auch stets wunderbar.

Nun folgt aber demnächst der Herbst und das Wetter ist etwas weniger entspannt. Auf einer meiner letzten Touren war es morgens so kalt, dass ich um eine Jacke nicht mehr drum herumgekommen bin. Alles was ich da hatte, war eine billige, 10€ Festival-Regenjacke aus einem Material, welches einer Plastik-Abdeckplane für Runkelhaufen auf Bauers Hof gleicht. Als ich mit dieser zur Arbeit fuhr, erreichte ich klatschnass, stinkend und mies gelaunt den Ort meines kreativen Schaffens. Das war, gelinde gesagt, nicht sonderlich schön, denn auf meiner Arbeitsstelle existiert so ziemlich nichts, was eine körperliche Pflege in seiner praktischen Form erlauben würde.

Generell existiert eigentlich überhaupt nichts in der Agentur! Herrgott, wir haben da nicht mal einen Hammer! Ne Kaffeemaschine is‘ auch nicht da, eine Kochplatte gibt es nicht und ja… wir haben nichtmal vernünftige Stühle. Das bedeutet nun nicht, dass wir überhaupt keine Stühle haben. Wir können sitzen, ja, Allerdings handelt es sich dabei um POSTMODERNE FOLTERINSTRUMENTE, bei denen RÜCKENPROBLEME vorprogrammiert sind. Um diesen vorzubeugen, habe ich mir sogar so ein TUFFIGES DYNAIR BALLKISSEN bei Amazon bestellt, weil ich sonst, verflucht nochmal, IN AUFRECHTER SITZPOSITION STERBEN WÜRDE! Das sind nämlich DESIGNERSTÜHLE von einem DESIGNER, der GARANTIERT KEIN EINZIGES MAL SEIN ÜBERBEZAHLTES GESÄß AUF EINEM SEINER GRENZDEBILEN ENDPRODUKTE HAT PLATZNEHMEN LASSEN! FUNCTION FOLLOWS DESIGN! Ich arbeite nämlich in einer WERBEAGENTUR! Dafür haben wir eine Mikrowelle, in der man schön JEDES EINZELNE, GOTTVERDAMMTE VITAMIN MITTELS SKALARWELLEN TERMINIEREN LASSEN KANN UND SOMIT JEGLICHES NAHRUNGSMITTEL ZU EINER ZERBALLERTEN PAMPE MUTIERT!

Jedenfalls möchte ich nun auch in der kalten, ungemütlichen Jahreszeit mein Hobby weiterführen, unabhängig davon, ob das „weitere Vorhaben“ gelingt. Also benötige ich eine vernünftige Jacke und war deshalb heute im Fahrradladen einkaufen. In meinem Portemonnaie befanden sind 100€ (200 Mark). „Das müsste ja reichen“, dachte ich mir. Ich ließ mich beraten und äußerte nachfolgende Wunschkriterien:

  • Wasserdicht
  • Winddicht
  • Nicht hässlich
  • billig

Diese Kriterien konnten in meinem Preissegment nicht befriedigt werden. Entweder waren die Jacken so dermaßen mit Werbung zugekleistert, dass jeder auf 17km erkennt, dass ich wie ein Idiot aussehe, oder sie waren wasserdicht und nicht winddicht oder winddicht und nicht wasserdicht oder nicht hässlich und winddicht oder hässlich und zwar wind- aber nicht wasserdicht. Oder aber, die letzte Option, die Jacke war Wind- und Wasserdicht, nicht hässlich und 800 Mark teuer. 800 Mark! Hallo?

An dieser Stelle unterbrach ich den Berater und bat ihn, meine Person und meinen Geldbeutel doch mal ein wenig genauer zu betrachten, . So präsentierte er mir prompt eine günstige Jacke von Vaude aus der Klüngelecke. Die Jacke war nicht hässlich, sondern schlicht schwarz, halbwegs wasser- und ausreichend winddicht, und zudem kratzte diese mit ihren 198 Mark an der preislich äußersten, akzeptablen Schmerzgrenze. Ich überlegte nicht lange und kaufte kurzum die Katze im Sack. Es war ohnehin die Einzige, die zur Auswahl stand.

Vaude Men's Escape Light
Heute stand der Praxistest an und zusammenfassend kann ich behaupten, dass ich ganz prächtig zufrieden bin. Ich sitze entspannt auf der Arbeit und muss mich nicht für etwaige körperliche Gerüche schämen, da diese nicht vorhanden sind. Die Jacke ist superleicht und lässt sich auf der Rückfahrt ganz wunderbar zu einem kleinen Ballen zusammenknüllen. Die Jacke erhielt bei der Stiftung Warentest lediglich die Note ausreichend. Ehrlich gesagt kann ich das absolut nicht nachvollziehen, da ich keine Ahnung habe, was eine teurere Jacke besser machen könnte. Falls sich also noch jemand für die kalte Jahreszeit ausstatten möchte und gerade keine Geldruckmaschine zur Hand hat, guckt euch mal die Vaude Men’s Escape Light an.

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