Seit einigen Tagen gibt es fast nur noch ein einziges Thema im Netz. Die Twittertimelines quillen über vor #gplus hashtags und so ziemlich jeder will so einen Invite haben. Bereits vor Monaten wurde schon auf diversen Androidplattformen über Google+ diskutiert und ich habe mich dem Ganzen immer freudig entzogen, weil es sowieso nur wieder ein weiteres Socialnetwork ist. 

Da ich dann aber ausnahmslos nur Lob und positive Comments über das neue Socialnet mitbekommen habe, wollte ich dann doch mal reinschauen… und wurde auch prompt invited (danke noch mal Hayrettin).

Nach kurzem Rumspielen kam ich dann ziemlich schnell zum Fazit „Goodbye Mark Zuckerberg“.

Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein soziales Netz irgendwie noch begeistern könnte, aber das tut es. Ich finde das ganze Konstrukt dabei jetzt allerdings nicht gut, weil es neu ist, oder von Google kommt, nein – Ich finde Google+ gut, weil es gut ist.

Selbstverständlich werden auch viele Menschen Google+ aufgrund von chronischer Intelligenzentfremdung nicht toll finden. Denn Google ist eine Datenkrake und entwendet skrupellos sämtliche personenbezogenen Parameter der User, um in einigen Jahren die Weltbevölkerung zu unterjochen und einen riesigen Kampfroboter zu konstruieren.

Dieser Kampfroboter wird dafür sorgen, dass alle humanoiden Lebensformen einzig und allein dem Googlekonzern dienen und ein freies Denken bzw. Handeln strikt untersagt wird.

Das sind dann aber auch die Personen, die noch immer nicht kapiert haben, dass Google einzig und allein Geld durch Werbung macht und nicht durch das Verhökern von Daten.

Es sind die Leute, die bis heute nicht verstanden haben, dass Google stetig an neuen Diensten und Programmen arbeitet und vorhandene Software ausbaut, damit verbesserte Werbeeinblendungen angeboten werden können, die Google letztlich mehr Geld einbringen.

Vielleicht wird Google eines Tages einen riesigen Kampfroboter entwickeln…. wer weiß.

Dieser Roboter wird allerdings nicht die Menschheit terminieren, sondern er wird lediglich als riesige Werbefläche, für z.B. Fischstäbchen oder Herpescreme dienen. Leider sind es auch meist die Leute, die sich in ihrer Timeline auf Facebook darüber beschweren, dass Google doof ist, weil „die ja alles wissen“.

Das ist in etwa so, als würde man als Porschefahrer in einem Autobahnstau verwickelt sein und sich stundelang darüber beschweren, wieso die Menschen so bescheuert sind und nicht auf öffentliche Verkehrsmittel setzen. Das ist ja ohnehin besser für die Umwelt. Oder so.

Wenn man nun also diese, von sozialparanoia geplagten, Individuen ausblendet und sich den Dienst genauer anschaut, wird man schnell feststellen, dass Google+ genau an den „Problemen“ von Facebook ansetzt und diese vernünftig (und grandios) löst.

Zudem wird mit Google+ nun endlich eine Art Dach erzeugt, welches sämtliche, in der Gegend verstreute Google Applikationen zentral sammelt. Das macht Sinn, denn Google bringt nunmal den besten RSS Reader, den besten (free) Mailservice, die beste Suchengine, den besten Onlinekalender oder die beste Online Officeverwaltung mit sich. Es ist also eigentlich sogar ein naheliegendes und einleuchtendes Vorhaben, diesen ganzen Kram fein zu sammeln.

Also, was kann Google jetzt genau besser als der Zuckerhügel?

Da wäre zum Beispiel das +1.

„uuuhhh +1, toll das is ja voll das gleiche wie Gefällt mir, ey“ werden die o.g. Personen jetzt wieder denken sagen. Dieser Button ist aber sogar ganz grossartig, denn:

Klicke ich auf einen „Gefällt mir“ Knopf, wird in meiner Facebook Timeline ein „Timo gefällt, z.B. Frauenwrestling“ auftaucht. Das bleibt dann so lange dort bestehen, bis es von den 64000 anderen Aktivitäten und Glücksnuss-Applikationen wieder ins jenseits verdrängt wird.

Der +1 Button hingegen führt zu einer Erwähnung im Stream und zeitgleich zu einer zeitlichen Auflistung im Profil. Diese Auflistung kann man (d.h. muss man nicht) öffentlich setzen. Ausserdem führt das +1 dazu, dass bei einer Suche die angeplusten (wtf?) Beiträge und Link einbezogen werden.

Zum Beispiel suche ich nun nach „Frauenwrestling“. Ich bekomme einige Treffer und sehe, dass mein Homie Gunther eine Frauenwrestling-Seite mit nem +1 versehen hat. Somit kann ich schonmal davon ausgehen, dass diese Seite nicht so schlecht sein kann.

Das ist sinnvoll.

Die einzigen Leute, denen das nicht gefallen wird, sind die gottlosen Existenzen, die sich mit SEO befassen, bzw. sich damit befassen müssen. So wird ein schamloses „irgendwie die Seiten in Google nach oben würden“ unterdrückt.

Des Weiteren finde ich gut, wie Google+ die Sache mit dem „Freunde werden“ so handhabt.

Es werden dabei nämlich die Prinzipien aus Twitter und Facebook miteinander verbunden, d.h. ich habe eine öffentliche Timeline, auf die jeder, der mich in einen Circle haut, Zugriff hat. So können Menschen meinen Kram angucken, ohne dass ich diejenigen auch adden muss und tagtäglich deren Schmodder in der Timeline lese. Das ist im übrigen auch genau DAS Ding, warum ich Twitter ca. 700 mal dem kackigen Facebook vorziehe.

Gleichzeitig ist man „befreundet“, sofern beide Personen sich gegenseitig in einen Circle schmeißen. Dabei wird man dann vergebens auf irgendwelche „Gunther is jetzt mit Franziska Klumpatsch befreundet“ warten.

Weiterer Vorteil: Es gibt KEINE Seiten und das ist gut, denn Seiten sind vollkommen unsinnig und überflüssig.

Seiten dienen einzig und allein dem Zweck, dass Leute auf diese Seiten klicken, um zukünftig fein säuberlich täglichen Werbescheiss auf ihrer eigenen Timeline zu bekommen. Seiten haben absolut keinen Nutzen, sie fördern nur die allgemeine Suckness. Deshalb wird Google dieses „Feature“ auch garantiert nicht einsetzen, da sich Inhalte dadurch stark doppeln.

Das +1en von Webseiten bringt dabei nämlich wieder einen grösseren Vorteil, da der Informationsfluss zu diversen Unternehmen durch Sparks hergestellt werden kann. Wenn ich nun Mountaindew toll finde, +1e ich die Webseite und kloppe das alles in einen Spark. Dann wissen alle meine Freunde „hey, der mag Mountaindew (und Frauenwrestling).

Ausserdem lässt sich Google+ zentral aufrufen und ist nicht so „ortsgebunden“ wie Facebook. Einfacher, und vernünftiger umgesetzt ist es ausserdem.

Gute Sache. Hoffentlich vermodert Facebook schnellstmöglich.