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Hurricane 2017

18. Juni 2017

Dieses Jahr geht es also tatsächlich auf das Hurricane nach Scheeßel. Niemals hätte ich gedacht, dass ich dort mal landen würde. Es war ehrlich gesagt auch eine Spontanentscheidung, nachdem mich eine neue Bekanntschaft auf einem Technofestival (wo ich auch niemals dachte zu landen) ansprach und meinte, sie hätte noch zwei Karten rumliegen.

Zuerst dachte ich „Orr nee“, und dann dachte ich „wieso eigentlich nicht?“. Ich war noch nie auf dem Hurricane. Wieso sollte man es nicht einfach ausprobieren. Es gibt kein Argument dagegen. Klar habe ich heftige Vorurteile, da es nunmal ein hartes Mainstreamfestival ist, aber was ist die Alternative? In der eigenen Bude zu hocken? Irgendwas auf Netflix gucken? Am Rechner versauern? Leute besuchen? Im ach so tollen Internet rumhängen? Klar, das wären alles schon irgendwie Möglichkeiten, aber keine davon rechtfertigt es auch nur im Geringsten, sich eine neue Erfahrung entgehen zu lassen. Und jede Alternative scheitert im Grunde bereits daran, dass man es quasi jeden Tag machen könnte. Also fuck it. Ich hab ja gesagt. Anna hat ja gesagt. Wenn wir durchdrehen, dann wenigstens zusammen. Das können wir gut.

Und es ist immer noch ein Festival. Dort passieren immer lustige Dinge, weil die Leute dort so sind, wie sie sind. Ohne Regeln, ohne aufgesetzte Maske. Auf Festivals herrscht Freiheit, herrscht Spaß. Das wird garantiert auch auf dem Hurricane so sein. Und es ist Sommer, Herrgott nochmal. Die Sonne scheint, die Wiesen grünen, die Wälder erstrahlen in den kräftigsten Farben. Natur, Vögel, Musik, Menschen, Bier (auf Festivals mag ich das Zeug tatsächlich), Spaß haben, irre Dinge erleben, bei hereinbrechender Nacht die bunten Strahler unter offenem Himmel bewundern. Hunderte von Leuten kennenlernen. Sich weissderteufelwo einfach so bei Fremden an den Grill zu setzen, Gedanken austauschen, rumtrödeln, Einblicke in ihre Leben erhaschen, sich verlaufen, gutes Essen in sich reinstopfen. Diese Dinge gibt es auch auf dem Hurrican.

Explodierende Dixie Toiletten oder fette, nackte Metalheads die auf den Wegen Pimmelfechtduelle bestreiten fallen wohl raus, denk ich mal. Aber was solls. 2017 wird halt mal etwas ruhiger. Alles cool.

Was kommen für Bands? Ganz ehrlich – Ich kenne vielleicht ein Drittel. Davon mag ich ungefähr die Hälfte nicht. Die andere Hälfte finde ich… okay. Aber auch hier: Was solls? Ich habe keine Ahnung, wie man sich bei Hiphop Acts verhält. Ich respektiere und liebe bspw. Casper, aber live? Wie geht das? Steht man dann rum und macht komische Moves mit den Händen? Hüpft man? Ich werde es rausfinden.

Flogging Molly kommen. Cool. Blink 182 kommen – Könnte lustig sein. Royal Blood kommen. Mag ich. Frank Turner kommt – Heftig gut! Jimmy Eat World kommt. Weiss noch nicht wie das werden könnte, obwohl ich damals durch Stephie lernte, diese in ihrem Schaffen schätzen zu lernen, schließlich haben die ein komplettes Subgenre begründet. Moose Blood kommen. Die habe ich mit Christine bereits in Münster gesehen und es war wirklich sehr schön. Kassierer kommen. Dreitausend Mal gesehen und immer wieder äh, … großartig! Linkin Park. Omg. Die Antwoord – Kranker Scheiss. Geil. Clueso? Omg, egal. 257ers? Meeh, egal. Editors! FANTASTISCH! Callejon. Auf die Fresse Band. Schlecht aber lustig. Passt. Dann noch Haftbefehl. Hahahaha, guck ich mir an!

Ach Herrgott nochmal. Das wird gut und groß und schön und warm. Wie jedes verfluchte Festival einfach nur schön ist. Es ist nicht nur die Musik, es ist das gute Gefühl dort. Allem voran wird es eine Erfahrung, welche die eigene Seele nach vorn treibt. Ich freue mich und der neue Schlafsack ist bereits auf dem Weg.

Cheers!

Moksha

4. Juni 2017

My Sleeping Karma gehören neben Monkey3 zu den absolut krassesten Psychedelic Bands, die ich in den letzten Jahren entdeckt habe. Auf Platte fantastisch produziert und live einfach nur eine unglaublich intensive und beeindruckende Erfahrung.

Moksha heißt ihr „neues“ Album. Ist zwar schon seit 2015 draussen aber lieber blogge ich spät als nie darüber. Zurücklehnen, Füsse hoch, Augen zu. Holt euch nen Glas Wein oder was auch immer und dann klickt den Playbutton.

Klänge verschenken und aufessen.

30. Mai 2017

Die Menschen in meinem Umfeld zeichnet eine Sache aus: Eine unendlich große Liebe zur Musik. Und das ist es auch, was uns seit jeher so sehr zusammenschweisst. Wir verständigen uns über Musik, trösten uns mit Musik, haben in der Vergangenheit zusammen Musik gemacht (eher schlecht als recht) und versuchen es aktuell sogar wieder (mehr oder weniger). Wir wissen, was der Andere beim Hören empfindet, welche Songpassagen ihn an welcher Stelle seiner Seele treffen, pieksen, treten, kratzen oder umarmen. Wir sehen einander an, welche Bilder im Kopf ablaufen, wenn sich der Klangschleier über uns niederlegt. Wissen, wann es Zeit ist die Augen zu schließen, zu schreien oder zu springen.

Alle großen Momente meines/unseres Leben hatten mit Musik zu tun und auch in der Zukunft wird sich das garantiert nich ändern. Seien es Konzertbesuche, die unglaublich verrückten Zeiten auf den weiten Wiesen unter der brennenden Sonne irgendwelcher Festivals oder Urlaube, in denen an jeder erdenklichen Stelle der „Holidaysoundtrack“ lief, welcher sich im Nachhinein fest mit den Erlebnissen verschweisste. Musik hat die Kraft, Empfundenes und Erlebtes wieder in einem hervorzuholen und dich wie ein überdimensionales Katapult zurück in die Momente zu feuern. Besser als jedes Foto, besser als jedes bescheuerte Video. Denn visuelle Erinnerungen sind in ihrer Darstellungskraft begrenzt. Sie zeigen situative Momentaufnahmen, aber niemals Emotionen oder Gefühle.  Ich mache natürlich trotzdem Fotos – Smartphone sei dank – schaue sie mir aber aus genau diesen Gründen eigentlich selten an. Und wenn doch, stelle ich stets fest, dass sie meist oberflächlich und kläglich sind. Ganz gleich wie großartig das gezeigte Motiv ist. Es besitzt im Gegensatz zur Musik einen Rahmen.

Aber ich schweife ab.

Zurück zum Thema: Wir sind allesamt keinesfalls auf bestimmte Stilrichtungen „eingeschossen“. Vielmehr entwickeln wir uns stetig weiter, denn das ist wichtig. Nicht nur im Bereich der Musik, sondern immer und überall, denn alles ist Progression.

Ich schweife schon wieder ab.

Also, so sehr ich Spotify und Co. auch verfluche,.. zum Entdecken neuer Dinge sind die Streaminganbieter wahrlich fantastisch. Eine noch viel größere Fundgrube ist allerdings Youtube. Ich verbrachte in der Vergangenheit Äonen von Stunden damit, mich musikalisch zu „bilden“ und mich immer und immer weiter gegenüber weiteren Sachen zu öffnen. Das besondere an Youtube ist die Rohheit der Fundstücke, denn man findet Massen an Independent Zeug, Künstler die keiner kennt. Künstler die Fehler machen und sich gerade deshalb der Charme in den Vordergrund schiebt. Hallige Aufnahmen im Badezimmer, im Garten, Boysetsfire’s Berlin Sessions und und und… Oftmals begeistern diese Dinger noch wesentlich mehr als die Originalaufnahmen. Nein, eigentlich fast immer.

Das Tolle ist nun, dass manchmal mein Handy vibriert und ich von irgendwem eine Nachricht erhalte und diese nur aus einem Link besteht. Immer dann überkommt mich eine Freude, weil es garantiert etwas mit Musik zu tun hat, ich es höchstwahrscheinlich noch nicht kenne und es mit ziemlicher Sicherheit mögen werde oder zu mögen lernen werde. Denn meine Freunde schicken mir nicht umsonst Musik, sondern nur dann, wenn es ihnen etwas bedeutet und mir somit auch etwas bedeuten kann. Heute war wieder so ein Tag, an dem ich eine Nachricht von der besten Kumpeline Schwester auf diesem seltsamen Planeten erhielt. Und es führte dazu, dass ich den ganzen Abend vor’m Macbook kleben blieb, weil es wieder Lawinen von guten Gefühlen und anschließend ewigem Weitergesuche in mir auslöste. So entstehen diese Sofa-(heute-mal-Balkon-) Abende, die ich so sehr liebe. Es war der Song Wash it Away von Nahko Bear, den ich nicht kenne, von der Band Medicine for the People, die ich nicht kenne.

Und das ganze Ding dann in der sogenannten Gondola-Session-Version, bei der er mit einer Gitarre in einer Gondel sitzt und die Fahrt über ein für mich nahezu perfektes Kunstwerk zaubert. Wie authentisch das ist, wie wundervoll das ist. Wie klasse und toll die Aussage ist, wie schön die Umsetzung ist. Meine Fresse, ich brech‘ zusammen.

Auch seine anderen Songs sind fantastisch. Nahko wäre der perfekte Lagerfeuer-Buddy. Ich bin heterosexuell, aber ich bin verliebt.

Einige Tage zuvor war ich Wandern und eine andere Kumpeline, bei der ich seit nunmehr 10 Jahren das gleiche Musikaustauschding betreibe, antwortete mir auf die Frage „Was soll ich’n anmachen?“ mit „Erica Freas!“.

„Erica Fries?“

„ja.“

„Fries wie Pommes?“

„Nein mit ea.“

Direkt schmolz ich wie ein Schneemann in der Mikrowelle dahin. Innerhalb von Minuten. Krasse Künstlerin, superfantastische Stimme und ne heftig sympatische, lustige Person. Bisschen Hippie, bisschen Punk, bisschen Freak und unfassbar begabt. Frau Freas ist übrigens die Sängerin der Punkband RVIVR, was ich nicht wusste und die auch niemand kennt, ich allerdings schon.. seit Ewigkeiten, ich mich aber nach wie vor frage: Woher eigentlich?!

Egal. Besser noch als die veralbumten Stücke sind die Songs aus der Fistful of Vinyl Session auf Youtube.  Heftig ultramegalomaniakrass!

Ich kann es einfach nicht oft genug betonen wie erfüllend Musik für mich ist. Und ich möchte jeden schütteln und rütteln, der niemals versucht sich tiefer in die Materie reinzuhören und sich nicht selbst auf die Suche begibt. Es ist so ein Verlust 🙁

Noch ein Beispiel: Es war am Tag vor diesem Blogpost. Ich verbrachte den Abend bei der Person, die mir den Nahko Bear empfohl (Schwester). Wir redeten, blödelten rum und dann fing wieder dieses Musikgenerde an. An dem Abend war Hip-Hop Krams dran. Ein Genre, mit dem ich mich eigentlich viel zu wenig auskenne, mich aber inzwischen mehr und mehr mit befasse. Es hiess „Such mal Käpt’n Peng“.

„Captain Peng?“

„ja.“

„Gibts nich.“

„Mit K und Ä und Apostroph.“

„ok.“

„Und dann den Song Weristich.“

„Gibts nich.“

„Ein Wort.“

„ok“.

Ein billig produziertes B-Movie Video. Ist ja schonmal supergeil. Aber was dann kam, ging gar nicht. Der Typ rappt ein so dermaßen tiefgründiges und auf den Punkt gebrachtes Zeug, das es mich einfach durch jede imaginäre Wand gedrückt hat, die mein Gehirn noch in der Lage war zu produzieren. Ich – nein wir – saßen mit weit aufgerissenen Augen vor dem Fernseher und fingen an zu sabbern.

Anderes Käpt’n Peng Ding. Alles so so so auf den Punkt. So unfassbar heftig gut. Besser kann man ein so ernstes Thema unmöglich angehen. Das ist… ja, Kunst.

So, das soll es dann auch erstmal gewesen sein. Es ist wundervoll, Andere für etwas begeistern zu können. Es ist vielleicht sogar die Essenz des Lebens für mich, Gefühle weitergeben zu dürfen. Ich kann mir eigentlich nichts schöneres vorstellen. Und es ist egal, worauf die Gefühle basieren. Und sei es ein dummes Youtube Video. Es geht um die Botschaft dahinter. Man denkt dabei – in diesen Fällen – an mich, will mich an den erlebten Empfindungen teilhaben lassen. Genauso gebe ich es zurück. Es macht mir die allergrößte Freude, wenn ich jemandem etwas mir wichtiges präsentiere und dabei bemerkte, wieviel Dankbarkeit und Begeisterung die Augen (und Ohren) mir dabei entgegenkotzen.

Und wenn dann noch ein leises „Danke“ über die Lippen gerollt kommt, kann ich in der Nacht gut schlafen. Pelikan. Pelikan. Pelipelipelipelipelikan!

tl;dr: Videos angucken.

Stay Open-Minded.

28. Mai 2017

Stell dir einmal vor, es sitzen sich zwei Politiker gegenüber und debattieren. Plötzlich sagt einer von ihnen „Sie haben Recht. Sie haben mich überzeugt – ich bin im Unrecht.“

Das werden wir so niemals erleben.

Und doch wäre es gar nicht so abwegig. Politiker reden – oder geben es zumindest vor – im Namen der Vernunft. Wie kann es also sein, dass zwei Personen, die beide im Namen der Vernunft sprechen, es nicht schaffen sich gegenseitig zu überzeugen? Weil es nicht darum geht, Recht zu haben. Das Ziel ist einzig und allein, den Anderen verbal zu besiegen. Es ist ein Kampf der Worte und ein Eingestehen von momentbezogener Schwäche in Form von Zweifel an der eigenen Auffassung würde somit als Niederlage gewertet.

Die Antithese dazu liefert der Philosoph Michel de Montaigne:
»Ich empfinde weit mehr Stolz über den Sieg, den ich über mich selbst erringe, wenn ich in der Hitze des Gefechts, bezwungen durch die Macht der Argumente meines Gegners, in die Knie gehe, als wenn ich den über ihn errungenen Sieg seiner Schwäche zu verdanken habe.«

Anders gesagt: Die wahre Stärke liegt darin zu wissen, dass der Andere es geschafft hat, einen zu überzeugen. Und umgekehrt. Aber das ist unmöglich, wenn man Wähler vertritt, die in Wirklichkeit nur danach verlangen von den Ideen überzeugt zu werden, die sie sowieso schon vertreten.

Deshalb gibt es in der Demokratie keine echte Debatte.

Und dies ist abseits der Politik auch die Essenz davon, weshalb einige Menschen nicht im Stande sind, sich von eigenen Überzeugungen abbringen zu lassen, denn oft ist es bereits von Beginn an keine Debatte, sondern ein Kampf.

Ich hab‘ den klügsten Menschen der Welt gefunden.

25. Mai 2017

Ich glaube mich haben noch nie zuvor gesprochene Wörter so sehr beeindruckt, wie die von Rabbi Dr. Abraham Twerski. Allem voran sein Beitrag zum Thema „Liebe“.

Love.

 

Hope.

 

Anger.

 

Decisions.

 

Self Esteem.

 

Suffering.

Alike.

16. Mai 2017

 

» Im Leben lernt der Mensch zuerst das Gehen und Sprechen. Später lernt er dann still zu sitzen und den Mund zu halten. «

Marcel Pagnol

Dieses „Später“ ist die Schulzeit. Die Stunden, die sich endlos zu dehnen scheinen, während wir zu konformer Massenware zusammengestaucht und auf selbige reduziert werden. Der Ort, an dem wir uns zu leeren Gefäßen entwickeln und an dem vermittelt wird, dass nur die eine Antwort korrekt sei – die vorgegebene –, und dass zu viel Hinterfragen gar nicht gern gesehen wird. Die Phase des Lebens, in der man uns unsere Kreativität und Individualität ausprügelt und uns somit versucht auf das nachfolgende Berufsleben vorzubereiten. Ein Leben im gedanklichen Kellerverließ.

Die beiden Filmemacher Daniel Martinez Lara und Rafa Cano Mendez bringen dieses Absurdum unserer Gesellschaft in rund acht Minuten auf den Punkt. Der Film zeigt, wie teuer es uns wirklich zu stehen kommt, wenn wir den Keller nicht mehr verlassen und diesen als Lebensart für uns akzeptieren, das Hinterfragen einstellen und unsere Individualität an die Regeln verkaufen, die uns anerzogen wurden.

Hallo Switch!

13. Mai 2017

Diesen Beitrag verfasste ich bereits vor einiger Zeit auf pixeltyp.de. Er gehört aber auch zu mir, daher crossposte ich das einfach mal.


Nachdem Fabian mir bereits zuvor gekommen ist, möchte ich nun auch meinen Senf zur Nintendo Switch abgeben.

Seit rund zwei Wochen bin ich nun im Besitz der neuen Nintendokiste, nachdem ich dämlicher Weise versehentlich (!) meine Vorbestellung gecancelt habe. Wie dem auch sei, ich hatte die Konsole zum Release nicht. Ein Zustand, der mich mit höchstem Unbehagen erfüllte, weil ich einer der Menschen bin, die sich jeden Rotz zum Release kaufen. Ja, das mag ziemlich beschränkt sein und ja, das ist mir auch durchaus bewusst, aber bei Konsolen werde ich immer ganz kribbelig und mein Gehirn schaltet sich dann stets in ein Art Dulli-Modus. Hier zählen dann nur noch lebenserhaltende Maßnahmen in Form von Nahrungsaufnahme und Technikblödsinn kaufen. So ist das halt. Ich habe gelernt, mit dieser Last zu leben.

Jedenfalls hat sich einige Zeit später die Möglichkeit ergeben, doch noch eine dieser künstlich verknappten Geräte zu ergattern. Es hat oftmals Vorteile, Verkäufer persönlich zu kennen, aber das nur nebenbei. Schön war, dass ich sogar die von mir präferierte Rot-Blaue Kiste bekommen habe. Das triste Grau ist nämlich öde und doof. Grau eben. Ich denke, jeder von euch hat schonmal die Farbe grau in seinem Umfeld gesehen. Das tragen meist ältere Herren. Verdorrte Felder sind oftmals auch grau. Genauso wie Asche, oder Beton. Es gibt auch Grauschimmel, der gesundheitlich sehr bedenklich für den menschlichen Organismus ist. Grau ist somit eine böse Farbe. Deshalb habe ich nun die bunte Variante hier, da ich mich nicht mit solch depressivem Gerümpel umgeben will!

Wie dem auch sei – ich tauschte einen horrenden Geldbetrag gegen die Konsole ein und mir wurde bewusst, dass ein weiterer horrender Geldbetrag von Nöten sein würde, um selbige nutzen zu können. Somit erwarb ich unter Bauchschmerzen das neue Zelda. Nie zuvor habe ich ein Spiel so dermaßen emotionslos gekauft – das war echt der Wahnsinn. Aber was sollte ich machen? Es gab ja sonst nichts. Und damit meine ich wirklich überhaupt gar nichts! Im Switch Store rollte zu dieser Zeit nicht mal ein Tumbleweed vorbei. Selbst im Weltraum gibt’s mehr Zeug, als dort! Zuhause angekommen packte ich das Ding dann aus und war wahnsinnig positiv überrascht von der Qualität. Bedenke: Es handelt sich hier um eine Nintendo Konsole … und wer schon mal irgendwas von Nintendo in der Hand hatte weiss, dass hochwertige Verarbeitung nicht unbedingt das ist, was diesen Hersteller auszeichnet. Nun ja, die bunten Joy-cons grinsten mich an, es war noch Saft auf dem Akku und ich konnte direkt loslegen. Hier begann auch schon die Liebe zum Detail. Das UI ist extrem aufgeräumt, absolut minimalistisch, hübsch übersichtlich und glänzt mit den coolsten Soundeffekten unter der Sonne. Das meine ich ernst – ich freue mich auch heute noch bei jedem Klick im Menü. Da hat Nintendo ganze Arbeit geleistet. Der Touchscreen ist nun endlich kapazitiv und funktioniert prächtig, die Joy-Cons sind nicht klapprig, als Ladeport kommt USB-C zum Einsatz, es wird sich somit endlich mal an Standards gehalten und das Systemupdate war innerhalb von 2 (in Worten: ZWEI!!) Minuten installiert. Unfassbar.

Glückseligkeit stieg in mir auf.

Und so steckte ich dieses SD-Kartenartige-Plastikgamecartridge aus der viel zu großen Verpackung in die Switch und startete Zelda. Nach und nach stellte ich dann fest, was für ein unfassbar gutes Game ich hier vor mir hatte. Einen dermaßen hohe Dichte an Detailverliebtheit ist mir bisher selten untergekommen. Die Spielwelt ist unfassbar groß und es ist fast unmöglich, sich nicht ablenken zu lassen. Ich ertappe mich ständig dabei einfach nicht in der Lage zu sein, eine gerade Linie zum nächsten Ziel zu laufen. Links ist eine Höhle, die man unbedingt jetzt sofort erkunden muss, rechts befinden sich Wildpferde, die man sich zähmen kann, dann gibts es hier etwas zu sammeln, da etwas zu sammeln, auch diesen Berg könnte man mal hochklettern. Dann schafft man es irgendwann seinen ursprünglichen Weg fortzusetzen und Millisekunden später gräbt sich ein Miniboss aus dem Boden oder andere Geheimnisse offenbaren sich einem. Und es hört und hört einfach nicht auf. Man verliert sich wirklich in dieser absolut grandiosen Spielwelt. Klar, grafisch ist es lediglich gehobener Durchschnitt, auch das Kampfsystem ist verglichen mit den altbekannten Platzhirschen eher mau und es gibt weitaus komplexere Spiele am Markt und dennoch: So viel Spaß hatte ich tatsächlich seit längerem nicht mehr mit einem Videospiel. Der Charme von Breath of the Wild gehört für mich mit zum Besten der letzten Jahre.

Und das ganze auf einer Konsole, die du theoretisch überall mit hinschleppen kannst? Wie geil ist das denn? Vor einigen Tagen war ich beispielsweise mutterseelenallein Wandern. Festes Schuhwerk an den Füssen, Brötchen, Getränk und Switch im Rucksack und rund 10km in den Wald hinein. Im Wald einen See gefunden mit Bank davor, Switch ausgepackt und Zelda angeschmissen. Das war einfach nur wundervoll. Gerade eben war ich mit Zelda zusammen in der Wanne. Auch wundervoll. Ich bin in dieser Hinsicht tatsächlich restlos begeistert von den Möglichkeiten der Switch.

Ein geil unscharfes Bild

Zu den Negativaspekten: Ja, die Switch hat Verbindungsprobleme. Auch ich war davon betroffen. Das Ganze lässt sich allerdings mehr als einfach fixen indem man den linken Joy-Con aufschraubt und ein Stück leitfähigen Schaustoff an eine ganz bestimmte Stelle klemmt. Kostenpunkt 1€ oder so. Natürlich ist das trotzdem unter aller Kanone, dass Nintendo so etwas nicht vor dem Launch auffällt.

Zweiter Negativpunkt: Das Dock. Ja, das Dock ist billig und könnte in der Tat das Display des Tablets zerkratzen, da nirgends dämpfende Materialien verbaut wurden. Du schiebst Plastik auf Plastik. Logisch, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann und natürlich ist auch hier Nintendo wieder nicht auf den Trichter gekommen, dass man das hätte anders lösen können. Auch beim Dock „musste“ ich nachbessern, indem ich einfach zwei kleine Filzaufkleber, die man unter Stuhlbeinen befestigt, in das Dock klebte. Zuvor hing mehrere Tage ein Slip meiner Freundin im Einschub des Docks, um die Switch zu schonen. Kostenpunkt auch hier ca. 1€. Also, von den Filzaufklebern jetzt. Nicht von der Unterbuchse. Auf der anderen Seite könnte man natürlich auch einfach vorsichtig beim Einschieben der Konsole sein.

Dritter Negativpunkt: Die Akkulaufzeit ist lediglich okay. Beim Zelda spielen hält die Kiste etwa 4h durch. Das reicht zwar locker für alles aus, aber ich hätte mir eine längere Laufzeit gewünscht. Zudem bin ich mir noch nicht im klaren darüber, wie sehr durch das Dauerladen der Konsole im Dock der Akku gekillt wird, da permanent Strom in und aus den Akku fliesst. Auch bei Nichtbenutzung. Ich könnte mir vorstellen, dass der Akku dementsprechend recht schnell das zeitliche segnet. Aber das wird sich zeigen.

Fünfter Negativpunkt: Das Softwareangebot. Wie bereits gesagt – es gibt bisher nichts wirklich interessantes, bis auf Zelda und das wirklich tolle Snipperclips. 24€ für Shovel Knight, was eh jeder kennt? Nein Danke. 50€ für Bomberman? Hallo? Tolles Spiel, aber … hallo?! Mario Kart wird identisch zur Wii U Version sein und lediglich alle Expansion Packs beinhalten. 60€. Ich kaufte das Game bereits für die Wii U. Völlig egal – man müsste sich das Ding komplett neu zulegen. Angerechnet wird da gar nix. Was zum…?! Ab Herbst kostet der Onlinedienst Geld. Zum kotzen. Bei der Playstation zahle ich gerne für das PSN, da es hier wirklich großartige Gegenleistungen gibt. Bei Nintendo wird das aber garantiert nicht so sein. Am Arsch. Trophäen gibt’s auch keine. Blöd.

Und dennoch: Ich bin seltsamerweise total glücklich mit dem Ding. Zelda und Snipperclips reichen mir tatsächlich für nicht absehbare Zeit aus, da gerade Zelda eine immense Spielzeit aufweist und ich dort wirklich das Bedürfnis habe, komplett alles zu erspielen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß. Was danach kommt sei mal dahingestellt und lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen. Ich bin aber guter Dinge, dass die Switch kein Flop werden wird. Dafür ist sie einfach zu gut.

Bottomless Seas

2. April 2017

Just like this once
when I was just like a door
open to anything
open to restless nights.
It feels the same
like i’m burning for the flame,
the fire in the night,
I burn for it despite the journey,
I believe, that leads to bottomless seas.

And the hard ground,
the barren and frozen ground,
it seems so hard to cross it
cause i’m walking backwards.
But this journey, I believe,
will lead to bottomless seas.

Rolling in the twilight for all time
that swallows every fire.
The fire that grows.

Don’t calm me down
my head is starting to pound.
Please don’t change anything.
I am still waking up
to these old sounds,
the same kind that drove me out
are leading me back.
Now i’ve been walking in circles.
But this journey, I believe,
will lead me to bottomless seas.

Rolling in the twilight for all time
that swallows every fire.
The fire that grows.

____

Hot Water Music | Bottomless Seas

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