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What’s a Twitter timeline?

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[...] when we identify a Tweet, an account to follow, or other content that’s popular or relevant, we may add it to your timeline. This means you will sometimes see Tweets from accounts you don’t follow. We select each Tweet using a variety of signals, including how popular it is and how people in your network are interacting with it. Our goal is to make your home timeline even more relevant and interesting.
deathnote.wikia.com

Informationen, die ich erhalte, ohne sie jemals bestellt zu haben, sind für mich grundsätzlich Spam. Und generell stellt jegliche Art von Timeline Algorithmus den eigentlichen Sinn des Nachrichtendienstes stark in Frage. Sämtliche Entscheidungen der letzten Monate zeugen eigentlich nur davon, dass Twitter sein eigenes Produkt nicht versteht.

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デスノート

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Momentan schaue ich zum zweiten mal die Anime-Serie Death Note. Im Verlauf meines Studiums drängte mich mein damaliger Mitbewohner fast täglich dazu, dieser Serie eine Chance zu geben und ich weigerte mich stets, denn der Begriff Anime implizierte für mich all das, was ich nicht haben wollte.

Irgendwann versuchte ich mich aufgrund exorbitanter Langeweile aber doch daran und war gebannt wie nie zuvor. Und auch heute, beim Zweiten Durchlauf, fasziniert mich dieses Teil immer noch gnadenlos. Es ist beeindruckend, wie durchdacht, spannend, intelligent und bösartig Death Note ist. Ich möchte mehr davon.

The human whose name is written in this note shall die.
deathnote.wikia.com

Leider habe ich es bis heute nicht geschafft, andere Menschen – außer meine liebe Dame – dazu zu bringen, sich das Teil anzuschauen. Entweder sind sie zu sturr und haben die gleichen Vorurteile wie ich damals, oder sie kennen (und vergöttern) diese Serie sowieso bereits seit Jahren.

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failed.

Es gibt Tage, die wiegen so schwer und tragen eine solche Wichtigkeit in sich, dass diese zu umschreiben einer autorischen Höchstleistung bedarf. Tage, die nicht nur ein einzelnes, kleines Leben bestimmen, sondern eine Zukunft – Deine Zukunft und die Zukunft deines Spiegelbildes.

Und manchmal scheint alles so greifbar. Und manchmal verkennst du die Distanz und fällst. Hoffnung wird zu Verweiflung. Freude zu Angst. Und so schaue in den Spiegel und vermisse das Spiegelbild.

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Record Store Day

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Heute ist Record Store Day und pünktlich um 11 Uhr stand ich zusammen mit ca. 40 anderen Personen zur Eröffnung bei Shock Records auf der Matte.

Als sich die Tür dann öffnete stürmten die ganzen Leute in den Laden und grabschten allesamt nach genau den Platten, die ich ursprünglich kaufen wollte. Der Besitzer, Bibi, erinnerte sich aber glücklicher Weise an mich und stellte mir bereits vor Eröffnung eine meiner Wunschplatten zur Seite: Katatonia – Kocytean. Nachdem eine etwas dickliche Frau dann kurzzeitig die Against the Grain von Bad Religion heimlich hinter einem Plattenhaufen versteckte, um sich einen Kaffe zu holen, habe ich mir die Platte dann auch noch flott unter den Nagel gerissen. War übrigens die Letzte.

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Neunhundert Millionen Pixel

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Daniel Boschung lebt in der Schweiz und arbeitet als Fotograf. Soweit nicht sonderlich spannend. Interessant wird es erst an dem Punkt, bei dem man erwähnt, dass der gute Mann Gesichter kartografiert. Diese Arbeit erledigt er dabei nicht “aus der Hand”, sondern unter Zuhilfenahme eines Industrieroboters, den er für seine Zwecke umprogrammiert hat.

Der Roboter fährt das Gesicht des zu portraitierenden Objekts ab und schiesst dabei insgesamt 600 Fotos in 30 Minuten. Am Rechner werden die Bilder anschließend in einem 900 Millionen Pixel großen Klumpen zusammengestampft und auf eine 180 x 180 cm Fläche aufgebracht.

Die Bilder sollen in Lebensgröße vollkommen irritierend wirken, da jedes noch so kleine Detail erkennbar ist. Auf der Webseite des Projekts finden sich noch weiterreichende Infos, sowie Bildmaterial zum reinzoomen. Ich jedenfalls bin schwer beeindruckt und würde das Ganze gerne mal in Realität sehen.

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Hallo Bildung.

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Was ist eigentlich Bildung? Was ist Wissen? Ist es möglich gebildet zu sein, ohne über Wissen zu verfügen? Oder sind die Ungebildeten generell unwissend? Vielleicht sind diese beiden Begriffe sogar deckungsgleich. Das wäre rational betrachtet allerdings auch wieder Blödsinn, denn sie existieren schliesslich.

Laut Peter Bieri, einem Schweizer Philosophen, unterscheiden sich die Begriffe Bildung und Wissen deutlich. Seine Rede Wie wäre es, gebildet zu sein? bezieht er sich auf die Frage, wie sich die beiden Bezeichnungen voneinander abgrenzen.

Laut Bieri ist die Bildung nämlich die Eigenschaft, die besagt, dass Menschen sich um ihre Identität kümmern. Das sie das gelernte Wissen dazu nutzen, um an ihrer Persönlichkeit zu arbeiten und sich persönlich als Individuum sowohl zu entwickeln, als auch weiter zu entwickeln.

Der Bildungsbegriff ist somit vom Zusatz „sich selbst“ begleitet. Das Individuum bildet sich also selbst. Ein Ausbilder ist dabei nicht im Prozess involviert, denn er vermittelt keine Bildung, sondern lediglich Wissen. Somit ist der Begriff der Bildung stark autonom geprägt, da das Individuum Autonomität durch Bildung erlangt und im Umkehrschluß durch die autonome Handlung überhaupt erst dazu in der Lage ist, sich zu entwickeln.

Das Klingt jetzt erstmal so wie „Wurstauge“, aber ich versuche das Ganze mal ein wenig zu entwirren.

Laut Bieri ist die Bildung eine Art Metaebene zum Wissen, durch die ein Mensch überhaupt erst dazu in der Lage ist, einen sinnvollen Umgang mit Wissen zu erreichen. Die Bildung ist also eine wichtige Kernkompetenz, denn sie befähigt den Menschen dazu, sich auf autonomer Ebene mit den Informationen, die rund um die Uhr auf ihn einhämmern, umzugehen. Man könnte also behaupten, dass der Bildungsbegriff eng mit dem demokratischen Begriff verknüpft ist, da Bildung dazu beiträgt sich gegen kaputte Staatsformen (Diktaturen) oder anderweitige, kaputte Ideologien (die sind im übrigen immer kaputt) zu schützen.

Ein „Wissender“ hat wahrscheinlich des Öfteren in Büchern gelesen, dass ein Diktator nicht unbedingt zu den sympathischsten Personengruppen gehört. Eventuell weiß der Wissende auch, was sich Adolf Hitler morgens auf sein Brot geschmiert hat oder welche Schuhcreme er favorisierte. Sofern der Wissende allerdings morgens in der Bahn einem potentiellen Diktator begegnet, wird er die Begebenheit womöglich gar nicht durchschauen und sich eventuell sogar durch ihn manipulieren lassen. Dem Wissenden fehlt sozusagen die Fähigkeit, die angelernten Fakten miteinander zu verknüpfen.

Das ganzen Debakel geschieht natürlich nicht nur im Zusammenhang mit Diktatoren im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch bei alltäglichen Dingen, beispielsweise Werbung: Natürlich erlangt der Wissende exorbitant ausgeprägte, fußballerische Fähigkeiten – Wenn er nur genug Nutella zu sich nimmt. In die Haare schmiert man sich am besten silikonhaltiges Shampoo, da sich Silikon seit Jahren als Wundermittel bei der wasserabweisenden Kellerfensterabdichtung bewährt hat und Rauchen ist sowieso das höchste Symbol der individuellen Freiheit. Schließlich sagt uns das die Werbung.

Der Gebildete hingegen hinterfragt diese Botschaften und setzt sie in einen Diskurs. Er verknüpft sein Wissen, bringt persönliche Erfahrungen mit ein (Wieso essen die Fußballer eigentlich während der Halbzeit keine Nutellastullen? Wieso wurden bei der Shampoowerbung nur 12 Frauen befragt, von denen nur 8 das Zeug weiterempfehlen würden? Und wieso werden da überhaupt nur junge Raucher auf den Plakaten abgebildet?).

Wir halten also fest: Bildung schützt. Und jeder Gebildete besitzt auch einen Bildungsauftrag, indem er die ungebildeten Gelehrten (=Wissenden) aufklärt und somit bildet. Das Werkzeug dazu ist der Diskurs, ansonsten entpuppt man sich selbst lediglich als Ausbilder und der Bildungsempfänger würde womöglich die Auffassung des Gebildeten übernehmen, ohne den Standpunkt zu hinterfragen.

Beispiel: Zwei Personen sitzen sich gegenüber, in der Mitte befindet sich eine grün leuchtende Flasche mit einer Flüssigkeit. Person A findet, dass der Inhalt ziemlich lecker aussieht. Person B betrachtet die Flasche von hinten, sieht die Flüssigkeit nicht, wohl aber ein Etikett auf dem ein Totenkopf mit der Unterzeile „reizend“ abgebildet ist.

Person B ist somit in der Lage, Person A mitzuteilen, dass die Flüssigkeit ungesund ist. Durch Person A erfährt er aber, dass das Zeug in der Flasche lecker aussieht. Somit ist keiner von Beiden im Unrecht, da die jeweilige Perspektive eine andere ist. Im Idealfall entsteht nun eine Diskussion über die Möglichkeiten, die sich den beiden Personen eröffnen – Sie verknüpfen ihr Wissen und ihre situationsbedingten Erfahrungen. Das Ergebnis dieses Diskurses wird nun sein, dass die Personen den Inhalt der grün leuchtenden Flasche in den Abfluss schütten, der wie durch Geisterhand von sämtlichen Keimen und Verunreinigungen befreit wird. Die leere Flasche wird ausgespült und mit zuckerhaltigem Wasser befüllt. Einige Jahre später sind die Beiden Milliardäre, denn sie haben Mountain Dew erfunden.

Das Prinzip moralischer Bildung verhält sich ähnlich. Vergessen wir mal die grüne Flasche und geben den Personen Namen, beispielsweise Gerhard und Abdul.

Gerhard stammt aus Deutschland und Abdul ist arabischer Abstammung. Auf dem Tisch befinden sich Schweinebraten und Milch. Gerhard wird beides verspeisen. Abdul nicht, denn er ist nunmal kein Deutscher. Höchstwahrscheinlich wird Gerhard wissen, dass Schweinefleisch und Orient nur bedingt zusammengehört. Bei der Milch allerdings wird er skeptisch werden, denn diese entstammt bekanntermaßen nicht aus dem Euter eines Schweines. Gerhard wird sich nun fragen, weshalb Abdul die Milch nicht trinkt. Zeitgleich wird er die Entscheidung von Abdul tolerieren und sich nach den Hintergründen bei Abdul erkundigen (er ist schließlich gebildet, wie wir alle wissen).

Abdul sagt ihm, dass seine Entscheidung nicht auf religösen Hintergründen basiert. Das Problem ist vielmehr, dass er laktoseintolerant ist – so wie ein Großteil seiner Landsleute. Wenn es hart auf hart kommt, trinkt er die Milch nur stark verdünnt. Lieber würde er aber einen schwarzen, unfassbar starken Kaffe bevorzugen, den er mit „Kardamom“ würzt. Gerhard wird nun bei der nächsten Gelegenheit mit Abdul Kardamom-Kaffee trinken, um für sich selbst festzustellen, dass ihm dieses Kardamom-Gewürz nicht schmecken wird.

Wie auch immer – Gerhard hat Toleranz bewiesen, indem er Abdul nicht dazu bedrängt hat, die Milch zu trinken. Er hat also akzeptiert, dass es andere Arten gibt, ein Leben zu gestalten und das es tatsächlich möglich ist, sich hauptsächlich von Lamm, Hülsenfrüchten und höllisch schwarzem Kaffee zu ernähren. Darüber hinaus hat Gerhard Zusammenhänge begriffen und sinnvoll miteinander verknüpft. So wird er beim nächsten Besuch von Samira, Abduls Frau, mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Milchspeiseeis auftischen, da sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit laktoseintolerant sein könnte.

Wir fassen also zusammen: Bildung bricht Strukturen auf und sägt unaufhaltsam an unseren Wissensbeständen, da immer den Prozess angestrebt wird. Bildung versucht Starrheiten oder Idiologien zu überwinden und schützt uns vor Gefahren in Form von Medienbombardements bzw. Manipulationsversuchen. Was hinten dabei rausfällt ist neben der Toleranz auch ein insgesamt wohlwollenderes Miteinander. Bildung kann sowohl Stressfaktoren hemmen, als auch die Wissbegierde vorantreiben, denn Bildung zu erlangen bedarf keinerlei Arbeit. Bildung kommt von ganz alleine, sofern man sie zulässt.

Bildung wird nach meiner Auffassung kaum in Schulen vermittelt, denn Schulen sind reine Wissensfabriken mit oft ungebildeten Gelehrten an vorderster Front. Und selbst wenn es gebildete Lehrkräfte da draußen geben sollte, fehlt es an Techniken oder pädagogischen Mitteln, Bildungsprozesse bei den Schülern in Gang zu setzen. Denn Bildung ist autonom.

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2014

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Somit hätten wir wieder ein Jahr hinter uns gelassen. Ich hoffe ihr habt einige eurer Wünsche erfüllen können und werdet 2014 eine richtig gute Zeit haben.

Das vergangene Jahr war für mich eher durchwachsen, obwohl es ursprünglich äußerst lustig eingeleutet wurde. Kurzes Replay: Zu Silvester fuhren Stephie und ich ziemlich spontan (und verplant) mit einer Schaufel, einem Sack Kohle, Pringlesdosenlautsprecher, Fleisch, Axt und Taschenlampe zu den Externsteinen, um dort zu grillen. Doof nur, dass es nieselte und darüber hinaus arktische Temperaturen vorherrschten.